Every Day

"I am under no obligation 

to make sense to you."

 

 

*BLOG*



Sonntag, 2.12.18  Herr K.



Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen.

Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich.

Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.

Ich schreibe anders als ich rede,

ich rede anders als ich denke,

ich denke anders als ich denken soll und so geht es weiter, 

bis ins tiefste Dunkel.


Franz Kafka



Ach Herr Kafka, wie gern hätt ich Dir ein Eis spendiert.



Silver





 Samstag, 1.12.18   Äh..




"Grundsätzlich fast immer"


"Ganz sicher vielleicht"



Ich drehe mich im Kreis



Silver





Freitag, 16.11.18 Zerdenke die Gedanken

 

Egal wie ausgeklügelt, weitreichend und realistisch deine Gedankenspiele auch sind.

Du bist nie so darauf vorbereitet, wie du glaubst zu sein.

 

Positiv wie negativ.

 

 

Silver

 

 

 

Sonntag, 28.10.18  Inhoud waarschuwing?

 

Ich kann nicht einschätzen, wer im speziellen oder ob hier überhaupt jemand liest, und wenn, ob es verschiedene oder stets die selben Personen sind.

Und noch viel weniger kann ich einschätzen, wie meine Worte eigentlich wirken, wie sie ankommen.

Dass sie nicht immer ein Quell der Lebensfreude und Positivität sind, ist mir natürlich schon bewusst.

Falls es also einen sehr zart besaiteten Menschen getroffen hat oder ganz allgemein die Nase gerümpft wird bei Themen, fern von Blumenwiesen und Einhörnern, möchte ich einmal und dann nie wieder eine niedliche Inhaltswarnung aussprechen. Aber in putzigem niederländisch, das nimmt dem ganzen zwar die Ernsthaftigkeit aber mal ehrlich.

Ob das irgendwo steht oder nicht, jeder würde trotzdem lesen und als so verstörend empfinde ich den Kram hier nun wirklich nicht.

Da gibt es wesentlich krassere Sachen.

Aber dennoch.

Verwantwortungsbewusst wie ich bin..inhoud waarschuwing!! Voorzicht!!

So.

Die krassen Sachen stehen in den Startlöchern.

Aber heute ein kurzer Gedanke, den ich hatte. Den ich zwar immer wieder habe aber eben nur kurz.

Ich finde es wahnsinnig interessant, wie Trends entstehen.

Wo so etwas seinen Ursprung hat, wer sowas in die Welt setzt und wie es kommt, dass dann fast jeder das nachmacht. Wer überhaupt irgendwelche Pappnasen zu Influencern macht, ich will nicht influenciert werden, das klingt krank.

 

Ein Trend von vielen ist mir in letzter Zeit besonders aufgefallen, der mir, wie sollte es anders sein, wie so ziemlich jeder Trend auf die Nerven geht.

Pflanzen und Tieren unmoderne Namen geben.

Ach wie lustig.

Jetzt werden schon wehrlose Kakteen gemobbt.

Arme Hunde heißen plötzlich Norbert.

Eine Orchidee Kunigunde.

Mein Herz blutet.

Mein Hund heißt nicht Meierhans!

Hätte ich einen. Ich habe keinen. Das macht mich traurig.

Hätte, Wenn und Aber sollten ersatzlos aus unserem Wortschatz gestrichen werden.

Petition steht unten zum Download bereit.

Es gibt nur Ist, Wird und ein Pendant zu Aber fällt mir gerade nicht ein.

 

Das doofe an Trends: manchmal mag man leider genau das, was andere auch mögen, einfach, weil mans mag.

Schon ist man voll drin im Game.

Vor allem wenn man manchmal doch so leicht zu beeindrucken ist, wie ich.

Ich durchschaue das Spiel, ha! Ok, echt? Die Creme ist voll supertoll? Probiere ich doch mal aus. Der Pulli ist nice, wo gibt es den? Ach ja.

 

Da ich aber ein Rebell, ein kleines Anarchistenarschloch bin (weil Anarchisten ja soo scheiße sind), das sich gerne völlig sinnlos gegen den Uhrzeiger dreht, werde ich meine Pflanzen nicht mobben.

Ich werde mich an diesem unmenschlichen Treiben nicht beteiligen! 

Meine Pflanzen sind cool und Miss Jane Marple ist eine grossblättrige Grünpflanze (was denn sonst?) und ein Kaktus von beachtlicher Größe kann ja nur Jack London heißen.

Die stets fast verreckende Grünlilie (was davon übrig ist) heißt Alice. Mal groß, mal klein, bisschen irre aber liebenswert- halbtote Grünlilie.

Jetzt brauche ich noch Edgar Allan Poe.

Hab noch keine Idee. 

Vielleicht eine Kletterpflanze, irgendwas sprießendes.

Ideen?

Vielleicht nenne ich meinen Hund so. Meinen nicht existierenden Hund. Ich bin schon wieder traurig.

Nee, der heißt Vlad.

Vlad Dracula. Melodisch und schön und man braucht gar nicht im Boden zu versinken, wenn man den kleinen Scheißer beim Namen ruft.

Hm. Vielleicht heißt er dann doch lieber einfach Sirius B.

 

Ich influence jetzt auch, also die coolen Namen eurer Lieblings-was auch immer für Blatt und Fell ist jetzt Trend.

Ich seh' die Lawine schon rollen. 

 

Silver

 

 

 

 

 

Sonntag, 21.10.18   Nicht mehr  

 

Hab ich wirklich geglaubt, ewig so weitermachen zu können?
Hab ich geglaubt, es ewig vestecken und verdrängen zu können?
Ich frage mich immer, was andere wohl sehen, wenn sie mich ansehen und jedes Mal schäme ich mich wenn ich das Gefühl habe, dass jemand wirklich hinsieht.
Ich will nicht, dass sie es sehen,

dass sie es wissen.

Sie können es nicht sehen, ich lasse es sie nicht sehen.

 

Aber manchmal denke ich, manch einer schaut mich an als wüsste er es doch.

Schaut mitten in mich rein.

Das tut weh.
Ich schäme mich dafür, was dort zu sehen ist.

Ich fühle mich schlecht weil ich nicht so bin wie sie. Nicht so funktioniere wie es sein sollte.
Ich will so weitermachen weil alles andere einfach nicht geht.
Ich weiß, es ist womöglich nicht normal.

Streiche 'womöglich'.
Aber das ist, womit ich mich wohler fühle. Nur so kann ich irgendwie sein.
Aber ich kann schon lange nicht mehr und ich weiß nicht, wie lange ich noch so weitermachen kann.

Nichtmal das gelingt mir im Moment noch. Nichtmal diese Nische funktioniert noch, nichtmal dort kann ich mich noch verstecken, nichtmal dort fühle ich mich noch wohl.

Wie soll man sich vor sich selbst verstecken? Vor seinen Gedanken und Gefühlen und diesem Arschloch von Dämon, der in deinem Kopf und deinen Eingeweiden wütet und nicht zu verdrängen ist?

Es ist ein Tanz auf dem Drahtseil. 
Leben ist das nicht so wirklich.
Aber für mehr ist keine Kraft da und irgendwie auch keine Lust.
Ich weiß einfach oft nicht, wofür oder wozu.
Wenn es so sein sollte..wirklich so sein sollte..wäre es nicht schlimm.
Es wäre doch irgendwo eine Erlösung.
Aber es täte mir unfassbar leid.
Es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich so denke.
Aber ich glaube, es wäre okay für mich.
Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal wirklich so fühlen würde. So wirklich mit einer tiefen Überzeugung und in diesen Momenten zumindest, einem inneren Frieden.
Aber es ist so. Und ich könnte es sowieso nicht ändern. Das macht es etwas leichter. 

Nur das ihr das wisst.
Es wäre nicht schlimm. Es wäre okay.

Es wäre wie Schlafen.
Und das tut nicht weh. 

 

Silver

 

 

 

 

Donnerstag, 20.09.18        Letztendlich scheißegal     

 

Vor, ich glaube 2 Jahren, gab es hier die erste und einzige Buchvorstellung. 

Und zwar von David Levithans Letztendlich sind wir dem Universum egal (im Original: Every Day).

Nach den ersten Seiten war ich schon begeistert von der Geschichte, vor allem vom Hauptcharakter 'A', einem körperlosen Wesen, einer Seele, die von Körper zu Körper wandert um dort für einen Tag zu leben. 

Es wird nicht geklärt ob A ein ER oder eine SIE ist, er weiß es selbst nicht, vielmehr ist A also geschlechtslos, ich allerdings habe ihn von Beginn an als ein ER wahrgenommen.

Was genau mich so berührte, an ihm und seinen Gedanken und wie er die Welt sieht, kann ich nicht wirklich erklären. Aber vieles erschien mir so vertraut und möglicherweise lag es auch an meinem eigenen seelischen Zustand damals, was mir allerdings nicht bewusst war. Und in kaum einem anderen Buch kleben so viele Post-its auf einen Haufen, ein buntes Sammelsurium an Zitaten und Gedanken und Anmerkungen. Daher muss ich jetzt über die Verfilmung schreiben, die ich, muss ich zugeben, von vornherein kritisch gesehen habe und kaum in der Lage war, mir das anzusehen.

 

Es gibt Geschichten, die funktionieren einfach nur auf dem Papier.

Und meines Erachtens ist Letztendlich sind wir dem Universum egal eine davon.

Aber natürlich muss ein erfolgreiches Buch sogleich ausgeschlachtet und entsetzlich reduziert werden, auf eine absolut inhaltslose und austauschbare Teenie-Romanze.

Sicher, vordergründig ist die Geschichte das auch aber eben doch viel mehr.

 

Ich bin schon relativ überrascht, dass Rhiannon selbst im Film für mich seltsam farblos und eindimensional bleibt.

Im Buch wird alles positive und das Bisschen Sympathie das ich für sie aufbringen konnte, einzig und allein durch A's Gedanken über sie, wie er sie wahrnimmt und was er über sie denkt, produziert.

Das fällt im Film weg, da diese Gedanken im Film gar nicht vorkommen.

Was genau es eigentlich ist, das ihn sogleich in ihren Bann zieht und er nicht mehr von ihr loskommt, bleibt verborgen.

Sie verkörpert das typische All-American-Girl, das Mädchen von nebenan, rein und süß aber man fragt sich dennoch, was er in ihr findet und nicht in einer der unzähligen 'Rhiannons', die Musik und Kunst mögen und mehr als nur eine oberflächliche Beziehung wollen und neugierig sind auf Neues und das Leben an sich, mit ähnlichen Sorgen und Problemen, einer ähnlichen problematischen (aber auch nicht so wirklich doll problematischen) Familienstruktur, im Grunde auch hier eigentlich nichts besonderes, eben wie jene, die es doch nun zu Hauf gibt.

In all der Zeit, die er als Seele von Körper zu Körper switcht, gab es nicht eine einzige andere 'Rhiannon'?

Sicher, alle anderen Protagonisten im Film dümpeln nur so auf der Wasseroberfläche umher, noch farbloser als Rhiannnon selbst. Sie taucht wenigstens etwas in die Tiefe, jedoch nur bis kurz unter die Wasseroberfläche. Es wird wirklich alles versucht, ihre Figur sympathisch darzustellen, für mich ist und bleibt sie zu glatt und nicht wirklich greifbar.

 

Im Buch hat sie erhebliche Probleme A näher zu kommen, wenn A in Gestalt eines Mädchens oder eines Jungen erscheint, den man gemeinhin als 'nicht so attraktiv' bezeichnen würde.

Im Film fragt er sie einmal, als Mädchen, ob das ein Problem für sie ist, was sie verneint. Als sie das Wochenende im Ferienhaus verbringen, bemerkt er allerdings, dass ihr Enthusiasmus auf sein attraktives Äußeres (als Junge) zurückzuführen ist, was sie keck bestätigt.

Allgemein geht Rhiannon im Film wesentlich toleranter mit der Schwierigkeit um, A's Wesen zu lieben aber eben jeden Tag in einer anderen Erscheinung, auf die er keinen Einfluss hat.

Dass das ein ganz verständliches Problem ist, kann man ihr allerdings nicht wirklich vorwerfen. Im Film ist das alles gar kein Problem für sie, was mir einmal mehr so vorkommt, sie unbedingt makellos rüberbringen zu wollen.

Einmal wacht er sogar in Rhiannons Körper auf, näher kann man einem Menschen kaum kommen, als einen Tag lang als diese Person zu leben, in seine Gedanken einzutauchen und die Kontrolle zu übernehmen. Hier wäre die Gelegenheit gewesen, alles reinzuschmeißen, den einen aha-Moment zu kreieren, stattdessen folgt eine typische Dad-Geschichte und die Momente, in denen sie stark und witzig rüberkommt, legen daran, dass sie A ist, schräg.

Am Ende hat Rhiannon sogar noch einen Rat in Beziehungs/Ehefragen für ihre Mom parat..nicht auszuschließen aber in dem Zusammenhang eher anstrengend.

 

Im Film fehlt der nicht unwichtige Part mit diesem Prediger, eben einer der wesentlichen Gründe auch, weshalb A sich überhaupt ernsthaft überlegt, fortzugehen.

Was ich haarsträubend finde, in beiden Fällen, ist das Ende. Geht es doch eigentlich die ganze Zeit in der Geschichte darum, dass du das Wesen eines Menschen liebst, seine Seele, das, was du nicht erklären kannst. Genau das Gegenteil also von dem, was A am Ende Rhiannon als 'Lösung' präsentiert.

Hier, der Typ mag die gleichen Dinge, er ist witzig, echt und auch tiefsinnig und ist auch sonst voll 'dein Typ'. 

Mag sein. Aber er ist nicht A.

Und warum hat sie ihn nicht vorher wahrgenommen? Weil er vielleicht eben doch nicht so typisch ins Bild passte, wie ihr Ex-Freund Justin? Der hübsche, gut gebaute, sportliche, selbstbewusste und beliebte Typ, der aber gar nicht weiß, was er da doch für einen Schatz vor sich hat und sie sträflich als selbstverständlich sieht ohne sie jedoch wirklich kennen lernen zu wollen? Hier jagt dann doch ein Stereotyp das nächste.

Plötzlich meint Rhiannons Freudin, er (Nathan) hätte schon immer zu ihr gepasst, wo er doch aber vorher gar keine Rolle spielte, na wunderbar. Aber er ist immer noch nicht A.

Das Ende ist für mich nicht stimmig mit der Geschichte und ihrer Aussage an sich. 

Ist es am Ende doch so einfach, sich zu verlieben, spielt dann die Seele doch nicht die entscheidende Rolle, hauptsache die Rahmenbedingungen stimmen?

Ist es eben genau so nicht, weshalb A selbst plötzlich der Blitz traf, in Form von Rhiannon und nicht bei einer der unzähligen Mädchen, die er bis dato nun wirklich in und auswendig kennen lernen konnte?

Für mich ein Widerspruch aber gut. Für mich persönlich ein stimmiges Ende wäre, A hätte Rhiannon nicht den nächsten Freund an die Seite gestellt, sondern sie wäre erstmal allein geblieben, um herauszufinden, wer sie eigentlich ist und was sie will. A hat sie auf einen guten Weg gebracht, ein in der Hinsicht offenes Ende wäre mir lieber gewesen.

Allerdings-um noch einen versöhnlichen Abschluss zu finden- ist nicht wirklich klar ob Rhiannon und Nathan tatsächlich ein Paar werden oder zunächst einfach Freunde.

Und dass A sich überhaupt darum gekümmert hat, Rhiannon einen würdigen besten/festen Freund zur Seite zu stellen, spricht letztendlich ja wieder für ihn und seinen Charakter, den man einfach nur ins Herz schliessen kann.

 

Das Buch selbst bleibt für mich eines der schönsten überhaupt, was wohl mehr eine persönliche Sache ist, denn natürlich ist es kein Meisterwerk, welches in die Geschichte eingehen wird.

Ähnlich berührend in dieser Kategorie ist übrigens 'Der Märchenerzähler', das hat sich eingebrannt bis unter die Haut.

 

Ein anderer Teeniefilm der mich dezent aufregte, bzw. etwas enttäuschte, war Sierra Burgess is a loser.

Tatsächlich bin ich auch mittlerweile einfach kein Teenie mehr, meistens nicht mal  mehr im Kopf, weshalb ich solche Filme mit kritischeren Augen sehe aber es gibt wirklich wesentlich schönere Filme dieses Genres.

 

Anmerkungen? Ins Gästebuch.

 

 

Damals, 2015: Herzlichen Glückwunsch zum ersten Nervenzusammenbruch, der nicht so heißt aber viel passender ist als 'psychischer Ausnahmezustand'. 

Bei Ausnahmezustand denke ich an brennende Autos, fliegende Pflastersteine und schwarze Klamotten, gut, passt doch irgendwie.

Hier, warum auch immer, mein Nervenzusammenbruchsong (der Song ist nicht Schuld daran, erinnert mich nur immer daran- ich mag ihn trotzdem noch:))

 

The Wallflowers~Empire in my mind

 

 

Silver

 

 

      

 

Freitag, 24.08.18    Auf ein Wort

 

"Turn it into something beautiful"

 

Wenn man es nicht loswerden kann, muss man lernen, damit zu leben.

Und wie man damit umgeht, ist Sache des Betroffenen. 

Alles, was auch nur minimal hilft, sollte mehr als legitim sein.

Ich habe den Eindruck, bei keiner anderen Erkrankung wird so heftig und so negativ und so viel diskutiert, wie bei psychischen Erkrankungen.

Allen voran stehen sowieso erstmal Zweifel, ob dem eigentlich wirklich so ist.

Oder ob sich das jemand nur ausdenkt, und so tut, als ob.

So wie in unserer Gesellschaft mit Depressionen umgegangen wird, gleicht es doch einem gesellschaftlichen Selbstmord, so zu tun, als wäre man nicht gesellschaftsfähig. Wer sollte sich so etwas wünschen.

Wer sich wirklich ernsthaft eine Erkrankung wünscht, ist doch auch krank. 

 

Nirgendwo sonst haben so viele Leute eine Meinung zu etwas, von dem sie so wenig Ahnung haben, was sie so wenig verstehen.

Viel Meinung bei gleichzeitiger Ahnungslosigkeit ist nur dann sympathisch, wenn es nicht ernst gemeint ist.

Ansonsten ist es unangebracht, sich überhaupt eine Meinung zum Gesundheitszustand eines anderen Menschen zu erlauben.

Wir leben in einem freien Land, jeder kann jederzeit seine Meinung zu allem und jedem äußern. Wenn man keine Ahnung von Politik hat und sich alle 4 Jahre wieder fragt, wer eigentlich den Bundeskanzler wählt, kann natürlich trotzdem eine Meinung zum aktuellen Zustand Deutschlands haben.

Man kann eine Meinung zu nicht existenten Radwegen haben, obwohl man gar kein Fahrrad besitzt. Man kann sich über die Benzinpreise oder die Maut ärgern, obwohl man gar kein Auto fährt.

Wer allerdings noch nie eine Drachenfrucht in der Hand hatte und gegessen hat, kann einfach keine Meinung zum Geschmack dieser Frucht haben.

Es gibt Dinge, da ist die eigene Meinung einfach völlig irrelevant, weil man zum einen keine Ahnung hat und somit auch keine Meinung möglich ist und zum anderen muss man nicht ungefragt zu Problemen anderer seinen Senf dazu geben.

 

Man hat auch das Recht mal zu schweigen.

 

Bei keiner anderen Sache heizen sich Gemüter so auf, wie bei der Frage, wie z.B. mit einer Depression umzugehen ist.

Still vor sich hinleiden und die Fresse halten wäre wohl das, was den meisten gut in den Kram passen würde.

Aber warum darf man nicht so damit umgehen, wie einem beliebt?

Wenn sich eine krebskranke oder dem Krebs entkommene Person in eine Talkshow setzt, finden das alle stark und bewundernswert, was es ja auch ist.

Wenn sich jemand mit Glatze wegen der Chemo von einem Fotografen ablichten lässt, oder ästhetische Bilder mit Beinprothese macht, finden das auch alle stark. Wenn jemand ein Buch schreibt, über seinen Leidensweg, oder wie er den Drogen entsagte oder dem Alkohol, ist das völlig akzeptiert.

Niemand stellt sich ernsthaft hin und unterstellt einem Menschen, mit seiner Krankheit anzugeben und nur Geld damit machen zu wollen. Oder nur so zu tun.

Selbstverständlich will dann nur aufgerüttelt und aufmerksam gemacht werden.

Aber kommt ein psychisch Kranker daher und schreibt ein Gedicht über seine Depressionen oder malt Bilder oder verarbeitet es in Fotografien oder macht sich selbst darüber lustig, sind oft viele Leute seltsam angepisst.

DAS darf man doch nicht!

Man darf daraus keine Kunst machen! 

WARUM denn nicht?

Warum darf man es nicht verarbeiten, wie es für einen selbst am hilfreichsten erscheint?

Warum stören sich hier Menschen daran und wollen dir vorschreiben, was nun angebracht ist oder nicht? Nur weil es nach ihrem Empfinden unangemessen ist?

Sollte es nicht einfach akzeptiert sein, wenn es denn der betroffenen Person hilft?

 

Was auch auffällt ist, wie schnell zu Medikamenten geraten wird.

Das scheint die schnellste und einfachste Lösung.

Werf' dir ein paar Pillen ein, dann bist du wieder glücklich.

Das viele nicht verstehen, dass aber nicht jeder das möchte und auch nicht immer ratsam oder gar nötig ist, wird auch nicht verstanden.

Es sind keine TicTacs die man mal eben einwirft und dann ist alles gut.

Depression ist nicht gleich Depression.

Für den einen sind Medikamente der einzige Weg, um am Leben teilzunehmen.

Aber manch einer ist zu depressiv um sich das Leben zu nehmen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem er Medikamente bekommt.

Endlich genug Motivation um sich vor den nächsten Zug zu werfen.

Ich weiß nicht, warum es so schwer fällt, seelische Erkrankungen zu akzeptieren.

Vielleicht weil sie nicht greifbar sind. Es ist kein Tumor, den man sichtbar machen und herausschneiden oder weglasern kann.

Sie ist nicht wirklich messbar, nicht wirklich nachweisbar, jedenfalls nicht im Labor, nicht auf einem Röntgenbild.

 

Ich verstehe, dass viele Menschen hilflos sind, nicht wissen, was sie sagen oder tun sollen, wenn sie einer erkrankten Person begegnen, bzw. sich jemand ihnen anvertraut.

Das ist auch vollkommen in Ordnung.

Aber gerade dann sollte man lieber gar nichts sagen.

Keine halbseidenen Aufmunterungsversuche. Keine Bemerkungen wie, Ach, jeder hat doch mal einen schlechten Tag!

Im schlimmsten Fall verschärft man das, was viele Betroffene auch haben.

Zumindest ist mir das aufgefallen.

Schuldgefühle. Zweifel. Das Gefühl nicht ernst genommen zu werden, dass die Probleme verharmlost oder klein geredet werden.

Schlaue Tipps wie:

Mach mal was Schönes! Tu' dir was Gutes! Geh mal raus.

Wow. Wir brauchen gar keine Pillen, wir brauchen keine Psychotherapeuten, keine Therapie!

Wir müssen einfach nur mal raus und uns was Gutes tun! Nicht immer so viel nachdenken, nicht zuhause einigeln.

Das da noch niemand drauf gekommen ist!

Mensch, das ist ja einfach.

 

Gott. Man kann nicht einfach mal raus. Man kann nicht mal aufstehen, geschweige denn sich anziehen oder sich die Haare kämmen.

Selbst wenn man das geschafft hat und sich was Schönes anschaut, ist da nichts in einem drin. Man ist innerlich tot.

Da ist nur Schwere und Schwärze und im schlimmsten Fall fühlt man sich noch viel schlechter, weil man so etwas Schönes gar nicht zu schätzen weiß, nicht fühlt.

Und dann sind da wieder die Schuldgefühle weil es anderen anderswo ja viel schlechter geht. Da geht es mir doch gleich besser weil ein Kind in Äthiopien Hunger leiden muss während ich hier jederzeit eine Banane essen könnte.

Was bringt es eigentlich zwei völlig unterschiedliche Dinge, die rein gar nichts miteinander zu tun haben, gegeneinander aufzuwiegen?

Dann kommen wieder Berichte über die Ärmsten der Armen, die ja angeblich so zufrieden sind und sogar mit dem fetten Europäer noch ihre letzte Ziege geschlachtet haben.

Der Europäer ist beeindruckt. Die Ärmsten der Armen haben nur keine Wahl weil ihnen ihre Kultur und ihre gute Kinderstube nun mal gebietet, Gastfreundlich zu sein auch wenn sie ab morgen wieder Sand fressen dürfen.

Hauptsache der fette Europäer ist satt und braucht sich kein schlechtes Gewissen mehr machen, schließlich gehen diese Menschen echt toll mit ihrer Situation um.

Ich weiß nur nicht, inwiefern das irgendeinem depressiven Menschen helfen soll.

Woher will man wissen, wie es in ihnen aussieht. Sie werden kaum einem wildfremden Typen in beigen Shorts erzählen, wie es ihnen wirklich geht.

Vielleicht sind psychische Erkrankungen aller Art auch hier und da verpönt und du musst höllisch aufpassen, sonst kommen die mit dem Exorzisten oder setzen dich in der Wüste aus.

Psychische Erkrankung gab es schon immer und es kann jeden treffen, egal welchen Geschlechts oder gesellschaftlichen Stand.

Sicher gibt es mannigfaltige Gründe und ebenso unterschiedliche Möglichkeiten, damit umzugehen oder zu behandeln.

Und darüber hat man als nicht betroffene Person einfach keine Meinung zu haben. Man hat keine Ferndiagnose zu stellen und darüber zu entscheiden, ob das nun stimmt oder nicht, egal ob man selbst betroffen ist oder nicht.

Man kann nicht jedem seine Meinung überstülpen und nur sich selbst im Recht sehen, über etwas, worüber eigentlich nicht zu diskutieren ist.

Man hat nicht nur das Recht auch mal zu schweigen, manchmal hat man einfach die Pflicht dazu und sollte sich und seine Sicht der Dinge mal hinten anstellen oder überdenken oder versuchen, einfach mal zu akzeptieren.

 

Silver

 

 

 

Freitag, 24.08.18     Schön schön

 

Es gibt Menschen, wenige, besondere Menschen, die so schön sind, innen wie außen, dass es einfach nur wehtut, sie überhaupt anzuschauen.

 

 

 

 

Freitag, 3.08.18  36 Grad und es wird noch heißer

 

"Lieber Freund, was für ein Sommer!

Ich denke Sie mir im Zimmer sitzend, mehr Omelette als Mensch."

~Nietzsche

 

Ein wenig beruhigt es mich ja schon, dass es schon 1887 Höllensommer gab.

Allerdings habe ich mir nun nicht die Mühe gemacht, herauszufinden, wie warm genau es an jenem 30.Juli 1887 tatsächlich war.

Vielleicht nur 25°C. 

Für damalige Wetterverhältnisse vielleicht unerträglich heiß.

Ich prophezeie dennoch, dass uns die Sonne eines Tages zu Tode grillen wird. Und selbst dann feiern das wahrscheinlich einige Sonnenanbeter und tanzen und hüpfen, während sie langsam zu Asche werden.

Mir kann auch keiner erzählen, dass die Sonne vor zehn Jahren genauso gebrannt hat, wie sie es heute tut.

Natürlich brennt sie so, nur wegen der mittlerweile nicht mehr vorhandenen Ozonschicht fühlt sie sich viel unangenehmer an.

Bisschen so, als würde uns die Natur ein Brandzeichen verpassen wollen.

 

Wenn mir noch einer erzählt, er liebe diesen Sommer, wie schön und 

toll er doch ist und dass es endlich mal warm ist...dem drehe ich echt den Hals um.

Was ist falsch mit euch, Kinder Satans?

Was ist an 30°C in der Bude bitte schön?

Nachts kühlt es immerhin auf unglaubliche 28°C runter, morgens wacht man in einer Schweißpfütze auf, sobald man nur blinzelt fängt man an zu schwitzen.

'Luft' existiert draußen nicht mehr.

Im See schwimmen, zusammen mit Blaualgen? Viel Spaß.

Fünf Trilliarden Menschen an der Ostsee, Laken an Laken. Ohne mich bitte.

Ich nörgle nicht, ich habe mich noch nie über den nicht vorhandenen Sommer beschwert.

Ja, okay, ich nörgle jetzt weil er da ist und einfach nicht mehr enden will.

Dafür fordere ich als Ausgleich aber auch mal wieder einen richtigen Winter.

Fünf Monate lang.

Fünf Monate Minusgrade und jeden Tag soll es schneien.

Wer darüber meckert wird mit Schneebällen zugeballert.

 

Übrigens..heute ist der Tag der Wassermelone..*zwinker.

 

Ich bin emotional etwas derangiert. Habe Bates Motel durchgeschaut und jetzt bin ich fertig mit der Welt.

 

Hab mir überlegt, ein One-way-Ticket nach Grönland zu besorgen.

Ob die Inuit Hitze-Flüchtlinge aufnehmen?

 

Tschüss.

Silver

 

 

 

 

Mittwoch, 1.08.18 Schlafen ist schöner

 

Ich wünschte, ich hätte nie damit angefangen.

Ich wünschte, ich hätte nie angefangen, darüber nachzudenken.

Ich hätte nie angefangen, darüber zu lesen.

Ich hätte nie angefangen, darüber zu schreiben.

Es zu hinterfragen. Alles zu hinterfragen.

Es von der leisen Ahnung zu einer ohrenbetäubenden Wahrheit werden zu lassen.

Ich wünschte, ich hätte einfach weiter geschlafen.

Taub und blind.

Aber so läuft das leider nicht.

Irgendwie findet dein Unterbewusstsein einen Weg, dir zu zeigen, was du nicht wahrhaben willst.

Selbst wenn du über Jahre hinweg gekonnt ignorierst.

Dein Unterbewusstsein arbeitet mit deinem Körper zusammen, da kannst du dich noch so querstellen.

 

Über kurz oder lang bündelt sich einfach alles und schiesst nur so in dein ganz reales Bewusstsein, in deinen Körper, mit einer Wucht, die mit nichts vergleichbar ist.

Ja. Dann stehst du da, wie in der dritten Runde k.o. geschlagen.

Kurz bevor du zu Boden gehst.

Noch auf den Beinen aber gar nicht im Klaren darüber, was gerade passiert ist.

 

Ich wünschte, ich hätte nie damit angefangen.

Wenn man einmal anfängt, setzt sich eine Lawine in Gang, die nicht mehr zu stoppen ist.

Wem das letztendlich was bringt, weiß ich nicht.

Es fühlt sich nicht gut an.

Gar nicht gut.

Aber einfach weiter schlafen geht jetzt nicht mehr.

 

Silver

 

 

 

 

Mittwoch, 11.07.18                        Reasons to live

 

 

Reasons to live #1: Smol bean .. Jumpsuit

 

..to be continued

 

 

 

 

Dienstag, 10.07.18                        Alles cool

 

Oh nein, natürlich nicht!

Natürlich würde ich das niemals tun. Denn es gibt doch immer den nächsten Morgen, immer diese nächsten Morgen, an denen die Welt schon wieder ganz anders aussieht.

Ja, schon. Die Welt sieht vielleicht anders aus, aber in dir drin sieht es doch noch genau so aus, wie gestern.

Was soll denn in den paar Stunden passiert sein, das aus dir einen anderen Menschen gemacht hat?

Was soll geschehen sein, das aus allen anderen andere Menschen gemacht hat?

Aber ja, es geht doch immer weiter.

Oder nicht?

Natürlich würde ich nie..niemals, nein.

Wenn ihr wüsstet, wie knapp das eigentlich war.

Wenn ihr eine Ahnung hättet, wie nah am Abgrund ich stand.

Ich stand nicht nur an diesem berüchtigten Abgrund, von dem diese komischen Leute sprechen, diese Leute, die doch nur zu weich sind für diese Welt, die immer Drama machen und immer zu viel nachdenken.

Wie weh das tut, das zu hören und zu denken, wenn du wüsstest, das ich auch einer dieser komischen Leute bin.

Nein, ich stand nicht am Abgrund, ich hing bereits an der Klippe, mit dem kleinen Finger am Felsen.

Und es gab eine Zeit, da konnte ich mich nicht mehr halten.

Weil man sich allein irgendwann nicht mehr halten kann.

Schon gar nicht, wenn andere von oben auf deine Hand treten weil sie dich fallen sehen wollen.

Wenn ihr nur einmal fühlen könntet, wie es sich anfühlt, wenn du denkst, dass irgendwas mit dir nicht stimmt.

Wenn dir bewusst wird, dass tatsächlich etwas mit dir nicht stimmt. Wenn du weißt, dass du nicht gesund bist. Wenn du dich fühlst, als würdest du jeden Moment entweder zusammenklappen oder komplett explodieren.

Wenn nur dein Pflichtbewusstsein und die Angst, dir die Blöße zu geben, dich davon abhält, offen zu legen, wie ausgehöhlt und schwach und verzweifelt du in Wirklichkeit bist.

Wenn du aus reiner Höflichkeit nicht alles und jeden um dich herum zusammenschlägst und ihnen ins Gesicht brüllst, was eigentlich offensichtlich ist.

Wie lange kann man sich selbst eigentlich zurücknehmen und zusammenfalten, jede Seite von dir zusammenfalten, um zu verstecken, was ist, weil andere sie nicht sehen wollen und nicht verstehen wollen? Wenn sie dir so lange deine Stimme verbieten, bis du endlich schweigst und dir so lange eintrichtern, dass du gar nichts bist, damit sie ihre Ruhe haben.

Aber hey, alles gut.

Kein Stress. Ich würde doch nie.

Dafür ist doch alles viel zu lebenswert, oder nicht?

 

Silver

 

 

 

 Samstag, 23.06.18                      Echt jetzt?

 

"Immerhin lebst du noch, also kann es so schlimm ja nicht gewesen sein".

 

Wow. Einfach wow..

 

 

 

Mittwoch, 30.05.18                      Leicht gesagt

 

Es ist immer einfach, auf etwas Geschriebenes aufzubauen, etwas hinzuzufügen oder anzumerken oder zu bemängeln.

Vergiss aber bitte nie, dass diese Worte einen Ursprung haben; Gedanken, Gefühlen und Situationen entspringen, die du nicht kennst, nicht verstehst oder anders siehst.

Es ist immer leicht, eine Meinung zu haben, zu etwas, das dich nicht betrifft und nicht berührt.

Vergiss nicht, dass Worte eben nicht nur Worte sind.

Sie können eine Waffe sein, sie können ein Pflaster sein.

Sie können etwas bewegen oder gar nichts ändern.

Manchmal hat man aber nur Worte.

Manchmal sind Worte alles, was man braucht.

Manchmal muss das einfach reichen.   

 

Silver       

 

 

 

Mittwoch, 23.Mai.18                  Zu viele Gedanken 

 

Noch ein Ziel: Vergangenes vergangen sein lassen.

Es ist nicht vergessen aber vergangen.

Alles was war, wird immer ein Teil von mir sein.

Aber ich bin nicht mehr so, wie mit sieben Jahren, ich bin nicht mehr so, wie letztes Jahr um diese Zeit, ich bin nicht mal mehr, wie ich gestern war.

Und doch bin ich noch genau so .

Genau so werde ich immer bleiben, nur jeden Tag ein wenig mehr.

Ein wenig mehr, wie ich sein möchte.

 

 

 

 

April '18                                   Gedankengedöns 

 

Ziel für Irgendwann: unbedingt gelassener werden und mir erlauben, nicht für jeden Mist Verständnis haben zu müssen. Und nicht für alles und jeden verantwortlich zu sein.

 

 

 

 

Mittwoch, 31.01.18                         Bleib 

 

Dabei möchte ich eigentlich nur, dass du mich aufhältst.

Dass du sagst, geh' nicht.

Du brauchst mich nicht.

Ich brauche dich nicht.

Aber ich möchte, dass du mich willst.

Und ich mag es, dich zu wollen.

Ich weiß, dass meine Gedanken unsinnig sind.

Dass das, was ich sage und tue und schreibe widersprüchlich, sinnlos, unverständlich, kindisch, verwirrend und absurd erscheint.

Nun, vielleicht ist es das wirklich. In deiner realen Welt.

Vielleicht bin ich komplett verrückt. In deiner realen Welt.

Vielleicht bin ich aber auch der einzig normale Mensch unter einer Horde Wahnsinniger.

Und du bist verrückt.

Ich möchte eigentlich nur, dass du mich aufhältst.

Selbst wenn ich es unmöglich erscheinen lasse, zu bleiben.

In dieser realen Welt.

 

Silver

 

 

 

Donnerstag, 22.02.18                              Detroit

 

Nun ist es also tatsächlich so gekommen, wie es zu erwarten war.

Es ist so traurig, und irgendwie auch seltsam, dass mittlerweile 98% der Kommentare hier, von nicht mehr existierenden Seiten stammen. Von Geistern, sozusagen.

Die Zeichen waren schon lange da, aber, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Nun ist die auch noch dahin.

Alle sind fort. Ausgelöscht, buchstäblich.

 

Ich finde diese Entwicklung einfach traurig aber auf ganzer Linie.

Dass einfach immer weniger geschrieben wird, worüber ist ja erstmal egal. 

Dass die Meinung vorherrscht, das reale Leben sei nicht (mehr) verknüpfbar mit dem Schreiben.

Dass FB oder Instagram irgendwie realer erscheinen. 

Vielleicht ist es tatsächlich nicht verknüpfbar, vielleicht passt ein geordnetes und glückliches Leben eben nicht in die Schreibwelt, vielleicht ist das Leben so schnelllebig geworden, dass die Zeit nur reicht, um schnell ein paar Bilder zu liken oder ein paar Schnappschüsse vom eigenen Wochenendtrip hochzuladen. Alles gut, alles fein.

Man muss immer und überall interessant bleiben, alles zeigen, alles teilen.

Da sind ein paar geschriebene Worte eben zu langweilig, es ist auch anstrengend, sich Gedanken zu machen. 

 

 

So fällt die Möglichkeit, überhaupt die Idee, sich kreativ auszudrücken, das Schreiben, mehr und mehr weg.

Keine Schreibwettis mehr, keine kleinen Kunstwerke im Grafik-Design, keine Versuche, die Welt und wie sie empfunden wird, sich selbst, in Gedichten oder Kurzgeschichten oder sonstigen Texten, zu verarbeiten.

 

Die einen scheinen dem entwachsen zu sein. Die anderen wachsen in eine andere Welt hinein, digital ja, nur anders.

Schlecht ist das alles nicht, jede Plattform hat ihre Berechtigung und jeder Bereich hat gute und schlechte Seiten.

 

Ich verstehe nur oft nicht, warum nicht alles zusammen funktioniert.

 

Manchmal fühlt sich das alles an, als könnten sie das Glöckchen nicht mehr hören.

Die Magie ist fort, sie sind taub geworden.

Die Erinnerungen sind verblasst, man ist in der 'richtigen' Welt angekommen.

Haha, ja. Nein.

 

Ach, es war schön.

Ich vermisse es.

Ich vermisse euch.

 

Silver

 

 

Montag, 29.01.17                            Vergangenheit

 

Vergangenheit ist, wenn es nicht mehr weh tut.

Mark Twain

 

 

Fuuuuuuck...es ist also nichts Vergangenheit?

 

 

Silver