Daily Disaster- Collection 11

 

 

Hier findest du die Daily Disaster aus den Jahren 2016 und 2017.

Silver

 

"Sprächen die Menschen

nur von Dingen,

von denen sie etwas verstehen-

die Stille wäre unerträglich"

 

 

 

20.12.17                                         Wortwelten   

 

Geht es dir gut?

Träumst du schlecht?

Hast du Alpträume?

Diese Art von Alptraum, der Tonnenschwer auf deiner Brust sitzt und alles Leben aus deinen Lungen presst.

Du liegst da, ganz friedlich, doch in deinem Kopf tobt ein Kampf.

Du wimmerst nicht mal, dabei schreist du doch so laut, dass deine Lungen brennen.

Du rennst mal wieder fort und rennst und rennst, dabei kommst du gar nicht vom Fleck.

Und du weißt auch nicht, wovor du eigentlich wegläufst.

Du spürst nur diese Angst. Kalte, nackte Angst.

Wenn ich könnte, ich würde durch Zeit und Raum gehen.

Und ich würde zuerst mich suchen.

Ich würde mir alles erzählen, was ich weiß und ich würde den Raum so lange falten und die Zeit umkehren, bis ich da angekommen bin, wo ich anfing.

Und dann würde ich dich suchen.

Ich würde jedes verdammte Naturgesetz brechen und biegen und verdrehen und wenn unser ganzes Universum dabei in sich zusammenfällt.

Und wenn der Mond sich um die Sonne dreht und der Saturn seine Ringe verliert und unser Planet Mars hieße.

Ich würde durch den Raum gehen und uns beide einfach mitnehmen.

Doch alles, was ich kann, ist Worte zu formen.

Ich sehe Orte in meinen Träumen,  die nur in meinen Träumen existieren und in denen ich noch nie zuvor gewesen bin.

Und doch war ich schon da. Und doch sind sie da.

Ja, ich kann diese Orte aus Worten nachbauen.

Ich könnte ganze Welten um dich herum bauen.

Ja, das kann ich wenn du willst.

Aber ich kann die Ketten nicht sprengen.

Ich kann nicht springen.

Ich kann nicht auftauchen und atmen.

Ich kann ja nicht mal mir selbst helfen.

Ich kann nur hier sitzen und Kopfschmerzen haben und schlaflos sein und müde.

Ich kann nur meinen Kopf auf den Tisch legen und diesen unfassbar hässlichen Plastiktannenbaum anstarren und nicht fassen, wie unfassbar grässlich ich dieses Teil geschmückt habe.

Und nicht glauben, dass ich einen Plastikbaum gekauft habe, der nicht mal versucht so auszusehen, als wäre er echt.

Die Kugeln sind schön, was nicht viel bringt weil sie unter der viel zu großen Lichterkette verschwinden.

Immerhin hat diese Lichterkette diverse Einstellungen und wenn ich will, kann ich die bunten Lichter in noch mehr Kopfschmerzen auslösender Weise zum zum Zucken bringen, wild aufeinanderfolgender Farbwechsel, Trashfreunde hätte ihre helle Freude daran.

Und ich auch irgendwie.

Aber jetzt darf es der sanfte Farbwechsel sein.

Doch, ja. Ich denke, Worte formen kann ich.

Aber das ist auch schon alles, was ich tun kann.

 

Silver

 

 

 

 

Montag, 11.12.17                                Der erste Schnee

 

Da sitze ich den ganzen Abend hier herum und bastle an der Seite und dann löse ich meinen Blick mal vom Bildschirm und was sehe ich? Schnee!

Es hat geschneit!

Juhu!

Wie direkt alles viel stiller ist, gedämpft, friedvoll, der Himmel leuchtet unwirklich und ich möchte am liebsten rausgehen und den Schnee unter meinen Stiefeln knirschen hören.

Alles ist weiß. Alles glitzert. Es fühlt sich schön an, den Schnee zu sehen.

Ein kleines Bisschen wie Glück.

 

 

Silver

 

 

 

Sonntag, 10.12.17                                3 Uhr morgens

 

Warum schmeckt um drei Uhr morgens eigentlich alles besser?

Nein, Moment, nicht besser, es schmeckt noch besser.

Außer Sellerie. Sellerie schmeckt auch um drei Uhr morgens nicht besser. 

Aber Toast mit Käse und Senf- fünf Sterne-Gericht.

Sogar Kaffee schmeckt um drei Uhr morgens am Besten.

Küsse schmecken dann bestimmt auch am Besten aber nur wenn man vorher einen Minzkaugummi hatte.

Vielleicht auch nicht. Vielleicht schmeckt alles noch besser wenn man vorher einen Minzkaugummi hatte. Nur Sellerie nicht.

 

Alles ist besser um drei Uhr morgens. Ich weiß nicht, warum es so ist aber es ist so.

Sogar die Träume sind besser.

Nein, nicht die Träume, die du träumst wenn du schläfst, die Träume, die du träumst wenn du um drei Uhr morgens Käsesenftoast isst und Kaffee trinkst.

 

Und um drei Uhr morgens denkt man über so herrliche Dinge nach, wie Sellerie, Küsse und Träume.

Und über seine Lieblingsserie. Und darüber, dass man alle Gedanken, die man je über Menschen dachte, die Filme und Serien stets im englischen Original schauen wollen, zurücknimmt.

Irgendwer hier der Stranger Things schaut/geschaut hat? Alle, die damit gar nichts anfangen können- einfach bis nach ganz unten scrollen. Oder einfach schauen.

Ich bin ganz ohne eine Meinung zu haben oder groß vorher darüber gelesen zu haben, da heran gegangen.

Punkt 1: Nach fünf Minuten und dem Vorspann mit Titelmelodie direkt verliebt gewesen.

Ja, manchmal geht das ganz schnell bei mir. Man muss eben nur wissen, wie. Diese Melodie und auch die Abspannmelodie(n?) catchen mich einfach jedes Mal.

Punkt 2: Ich möchte mit den Jungs und El da im Keller sitzen. Ich würde allerdings nicht mit D&D spielen. Ich wäre diese eine Freundin, die in der Ecke sitzt und mit einem Flummi spielt. Die kaum was sagt aber alles mitbekommt und wenn sie was sagt, alle gucken und sich fragen, ob sie ein Genie ist oder einfach nur total wahnsinnig.

Punkt 3: Ich habe die erste Folge auf deutsch und alle anderen auf englisch geschaut. Dann, kürzlich, nochmal einen Trailer auf deutsch gesehen.

Punkt 4: Da ist mir aufgefallen, wie unglaublich unpassend die Synchronsprecher klingen.

Ich war regelrecht entsetzt. Wer zur Hölle ist denn bitte dafür verantwortlich?! Durften dieses Mal eventuell die Praktikanten aussuchen?

Die 1-Jahr-Praktikanten? Die Es kommt nur auf die Erfahrung an, nicht auf den Verdienst-Praktikanten?

Ernsthaft, am krassesten ist mir das bei Hopper, Joyce und Nancy aufgefallen.

Und, ich meine..Elfi? Warum übernimmt man nicht einfach El? Das klingt doch viel besser und ist im Original auch so, ist doch Synchronisationstechnisch kein Hindernis?

Jedenfalls, Hopper klingt zu jung und glatt, Nancy (oder wie ich sie liebevoll nenne 'Bullshit-Nancy') klingt irgendwie zu..piepsig. Zu Girliemäßig.

Sie ist smart und mutig und klingt im Deutschen eher wie ein kleines Mädchen, finde ich.

Joyce' s deutsche Stimme passt eher zu einer Vorstadt-Mom, die ihre Kinder im Familienschlitten zum Ballett oder Geigenunterricht fährt.

Aber Joyce ist zwar tough und cool aber eben etwas..heruntergekommen.

Und ah, Dustin..hört sich mega idiotisch an, er lispelt auch in echt aber da ist es eben sympathisch und klingt trotzdem 'normal' und nicht so..doof. Vermutlich weil das eben seine echte Stimme inklusive Lispeln ist.

Auf die anderen Stimmen habe ich nicht geachtet aber bei denen ist mir das direkt aufgefallen.

Also, Filme und Serien im englischen Original zu schauen hat durchaus was für sich, hätte ich weiterhin auf deutsch geschaut wäre mir das mit den Stimmen allerdings gar nicht aufgefallen.

Und, was ist bitte mit Steve?

Am Anfang die totale Kotztüte und der Wunsch, er möge sich einfach in Luft auflösen und jetzt hoffe ich einfach jedes Mal, dass wir ihn nicht an den Demogorgon verlieren. Sein Sympathielevel ist einfach mal durch die Decke geschossen.

Mittlerweile bin ich bei der letzten Folge der zweiten Staffel angekommen und will einfach nicht schauen..es soll nicht vorbei sein!

Gut, fange ich halt wieder von vorne an.

Tipp um 3 Uhr morgens: Stranger Things.

 

Der Kaffee ist jetzt kalt. 

 

Silver

 

 

 

 

Sonntag, 10.12.17                             News

2.Advent

 

 

Hallo liebe Menschen.

Ich überlege, auf eine andere Seite umzuziehen.

Hier bleibt alles so stehen, wie es ist, es wird nichts mitgenommen, es wird nur einfach anderswo weiter geschrieben.

Eigentlich habe bereits angefangen, ob das aber tatsächlich auf Dauer so bleibt, mal schauen.

Wenn du also gerne weiterhin mitlesen magst, scheibe mir bitte einfach einen Kommentar oder schicke mir eine Mail, und sage mir, wo und wie ich dir die neue Adresse zukommen lassen soll. Es gibt auch ein 'unsichtbares' Kommentarfeld, da kann auch gern- für andere unsichtbar- kommentiert werden.

Die neue Seite wird vorerst 'aus Gründen' nicht hier verlinkt.

 

Ich wünsche jedem, der das hier liest eine schöne Adventszeit, frohe Weihnachten, sofern ihr feiert und alles alles Liebe.

 

Danke und bis bald,

Silver<3

 

 

 

Freitag, 08.12.17                              Kein Titel

 

 

Meine Güte.

Kommt mal alle runter.

Ich bin kein psychopathischer Axtmörder. Ich möchte dich weder sezieren, noch wissen, wie deine Leber schmeckt.

Ich habe keinen Hass auf irgendwen, wenn ich überhaupt jemanden hasse und einen vermutlich lebenslangen Kampf führen werde, dann bin ich das, mit mir.

Und in diesem Kampf gab es bisher irgendwie nur Verlierer, das ist einer dieser Kämpfe, der nicht gewonnen werden kann.

Man kann nur immer weiter kämpfen.

Also. Beruhige dich.

Freue dich des Lebens und das bei dir 24/7 die Sonne scheint aber schreibe dir doch endlich mal hinter die Ohren, dass das hier nicht der Fall ist.

Die Sonne schaut nur manchmal vorbei, meistens geht sie aber gar nicht erst auf.

Hier wohnt die Nacht.

Und..ein kleines Bisschen liebe ich sie, okay?

Und den Nebel und den Regen und die Schatten.

Was soll ich auch sonst tun.

Und anstatt hier alles madig zu machen und die Nacht noch ein wenig schwärzer wird, könntest du ja stattdessen ein paar Sonnenstrahlen rüberschicken.

Kannst du nicht, oder?

Hast du Angst, dass der Nebel in dich kriecht und dunkle Wolke deine Sonne verdecken?

Bitte.

Aber dann mache mich nicht zum Unmenschen

Um es mal simpel auszudrücken: du du und ich ich.

Und weil es eben zur Zeit nicht danach aussieht, auch nur einen der zähen Kämpfe jemals zu gewinnen, versuche ich eben, in all dem etwas Gutes zu finden.

Ich versuche, es zu mögen. Ich will es mögen.

Und das macht mich nicht zu einem Unmenschen.

Ich habe nicht vor dich zu essen. Punkt.

Halt mich doch, wofür du willst.

Ich kann sowieso nichts daran ändern.

 

Silver

 

 

 

 

Freitag, 17.11.17                          Morgen

 

 

Schau, was du getan hast.

All die Scherben, die du hinterlassen hast.

All die Gräben, die du ausgehoben hast.

All die Gräben sind zur Kluft und die Kluft zu Schluchten und die Schluchten sind zu Abgründen geworden.

Und du gräbst immer weiter, immer tiefer, bis alles auseinander bricht.

Bis du dich abgespalten hast.

Bis du als kleines Eiland auf einem unendlichen Ozean umhertreibst.

Bist du dann endlich zufrieden?

Immer wieder willst du es dieses Mal besser machen.

Immer wieder willst du nur einmal richtig sein.

Und du denkst: morgen. Morgen bin ich endlich richtig.

Morgen mache ich alles richtig.

Morgen kannst du stolz auf mich sein.

Morgen bin ich liebenswert.

Morgen.

Morgen wird alles beim Alten sein.

Morgen bist du immer noch du und machst dieselben alten Fehler.

Morgen gehst du wieder schlafen und fühlst dich genau so, wie immer.

Morgen wirst du wieder nichts erreicht haben und nicht zufrieden sein.

Morgen denkst du wieder: morgen werde ich richtig sein. Kann ich nicht nur einmal richtig sein? Irgendwie für irgend jemanden, einfach richtig sein?

Aber jeder Morgen wird anstrengender und jeden Morgen wirst du müder, umgeben von all den Richtigen.

Und du gräbst und scharrst und schaufelst unbeirrt weiter und wünschst dir einfach endlich dieses Eiland zu sein.

Abgespalten und abgebrochen.

Friedlich treibend auf einem unendlichen Ozean.

Endlich frei und endlich grenzenlos unvollkommen.

 

Silver

 

 

 

Dienstag, 24.10.17                  Alles dreht sich

 

Und in diesem winzigen Moment nur, in dieser Unendlichkeit eines Augenblicks, war es real.

Und in diesem winzigen Moment nur, zittrig vor Aufregung, ohne Worte und dem Gefühl, in einem surrealen Traum zu sein, da war ich das wohl seligste Mädchen auf der ganzen Welt.

Und in diesem winzigen Moment nur, zu sehen, das du wirklich bist, dein inneres Leuchten, dich zu sehen.

Das bleibt für immer, du bleibst für immer.

...an einem anderen Ort, in einer anderen Zeit, richtig?

Daran glaube ich, ganz fest.

The cycle repeated, alles andere macht auch keinen Sinn.

Alles andere würde bedeuten, dass jeder Tag und jede Nacht und jedes Staunen und jede Synapse, die verbunden wurde, jeder Herzschlag und jede Träne und unser Mikrokosmos, in dem wir uns bewegen, nur für den Hauch eines Lebens existiert.

Alles dreht sich und alles bewegt sich nach vorn und eines Tages endet es einfach.

Für uns.

Wir sind verschwunden und niemand wird je wissen, dass wir einmal waren.

Und niemand nimmt Notiz und der Kreislauf hört niemals auf.

Ich will nicht, dass er sich eines Tages einfach ohne uns weiterdreht.

Es kann nicht sein. Es kann nicht sein, dass du einfach verschwunden bist, für immer.

Der Moment bleibt aber nur, solange mein Kreis sich dreht. Wenn er sich nicht mehr dreht, verschwindet auch der Moment. Endgültig. 

Und dann...beginnt alles von vorn. Es muss.

Alles andere macht so schrecklich wenig Sinn. 

 

Silver

 

      

Freitag, 20.10.17                         Bahngedanken

 

Das sanfte Schaukeln und regelmäßige Rattern metallener Räder auf Schienen macht dich schläfrig.

Draußen ziehen in angenehmen Tempo Bäume, Häuser und die bunten Lichter der Stadt vorüber.

Du erschreckst etwas, als du in ein viel zu blasses und verschwommenes Gesicht in das durch unzählige Kratzer verunstaltete Fenster schaust und realisierst, dass es dein Gesicht ist und in diesen dunklen Höhlen die dich anstarren, deine Augen liegen.

 

Du richtest den Fokus irgendwo nach draußen, auf die vorbeiziehende Stadt und alles verschwimmt zu einem bunten Bokeh, als deine Gedanken nach innen wandern.

Wo willst du überhaupt hin?

Nichts von dem, was du tust, macht Sinn.

Nichts von dem, was du sagst, macht Sinn.

Nichts von dem, was du denkst, macht Sinn.

Du machst keinen Sinn.

Dich kann man nicht mögen, dich sollte man nicht mögen, weil es keinen Sinn macht.

Weil dich nichts interessiert. Und wenn dich was interessiert, rutscht es dir durch die Finger wie viel zu feiner Sand, weil du nicht fähig bist, es festzuhalten.

Wozu ziehst du dich an?

Warum gehst du raus?

Wo willst du denn hin?

Die Bahn hält mit einem kreischenden Geräusch.

Die vielen Gesichter nimmst du nur schemenhaft wahr.

Es wird dir schon wieder zu eng.

Es wird warm.

Zu viele Gesichter.

Und so verloren unter ihnen.

Eine Schweißperle bildet sich auf deiner Stirn. Sie stört sich und du willst sie wegwischen aber dein Arm ist so schwer.

Ist das überhaupt dein Arm? 

Die verschwommenen Lichter sind so schön.

Und du bekommst wieder diesen unbändigen Drang, einfach zu verschwinden.

Die wichtigsten Sachen passen locker in einen Beutel, aber was ist denn wirklich wichtig?

Du denkst an viele Dinge aber das ist nur Besitz, alles was für dich wirklich von Bedeutung ist, trägst du ohnehin immer mit dir herum. Weil es in dir ist.

Weil es so groß ist und so schwer wiegt, dass kein Gold der Welt es aufwiegen könnte. Weil es in keinen Beutel passen würde, weil alles, was dir wichtig ist in deinen Adern fliesst und in deinem Herzen liegt und in deinen Gedanken lebt.

Einfach los, einfach weg.

Ich hätte gern ein Ticket.

Wohin?

Nach Irgendwohin.

Den Ort gibt es nicht.

Die Welt ist so klein.

Der Gedanke an all die Orte, wo immer schon jemand ist, egal, wohin man kommt, bedrückt dich.

Wer war der erste und wer wird der letzte sein?

Du, ich gehe fort.

Wohin?

Nach Irgendwohin.

Da wollte ich auch schon immer hin, kann ich mitkommen?

Und schon hat man ein Problem. Also, lieber gar nichts sagen, irgendwer will immer nach Irgendwohin.

Lange kann man da auch nicht bleiben. Weil, irgendwann kennt dich jeder und dann kommen wieder viele Leute nach Irgendwohin und es wird dir wieder zu voll.

Es schnürt deine Kehle zu. Bleib wo du bist. Komm nicht näher. Komm näher, noch viel näher. Du bist ja doch nicht fähig, irgendwas festzuhalten.

Das nächste Ziel wäre wohl Egalwohin.

Einfach weg, du und dein Beutel, wo eigentlich nichts drin ist.

Aber du nimmst ihn trotzdem mit. Damit es so aussieht, als hättest du etwas, was dir wichtig ist. Aber da ist nichts, zumindest nichts, was je in diesen Beutel passen würde.

Mag mich nicht, es lohnt sich nicht. Der Beutel steht schon bereit. 

 

Silver

 

 

 

Montag, 02.10.17                Gedankenfetzen

 

 

Fühlt sich an wie im freien Fall, ohne das du fällst, wie im Traum nur das du gar nicht schläfst 

Liegst ruhig da mit geschlossenen Augen voller Orientierungslosigkeit

Bist einsam, selbst unter vielen, verlierst dich jedes Mal

{Wie buchstabiert man eigentlich Ver•trau•en, gibt es das wirklich und kann man das lernen oder irgendwo kaufen?}

Deine Nervenenden laufen ins Leere

Es ist wie ein Schwindelanfall während du liegst, alles dreht sich, kreuz und quer

Kein Plan, wie es ist zu sein und im Spiegelbild dein vertrautes fremdes Gesicht

Selbst deine Stimme, dein Lachen, alles fremd und fern

Es rauscht in deinen Ohren, kannst dich selbst nicht mehr hören

{Bist du eigentlich ein Emo?}

War nie was anderes, nur ohne Snakebites und schwarz umrandete Augen

Du brauchst diese tiefen Gefühle und ein kleines bisschen Drama, dann und wann, sonst gehst du ein

Komm schon, es ist gar nicht so übel du zu sein

 

Silver

      

Freitag, 14.09.17                            Lyrics

                                                     ~Evanescence~     

             

Dienstag, 12.09.17                 Sia und Winter

 

 

Ich habe lange nichts geschrieben.

Gedanken sind da, natürlich, viel und verworren aber ich kann mal wieder nichts von dem wirklich festhalten.

Fakt ist, es ist auch nichts schreibbares da, was ich festhalten könnte.

Und, um ehrlich zu sein, bin ich im Moment ganz froh, dass die überbordenden Gefühle gerade mal einfach nicht mehr da sind.

Also schreibe ich einfach auf, was gerade ist.

 

Am besten ist es, wenn ich gar nichts fühle oder so wenig wie möglich.

Weil alles immer viel zu viel ist und ich das nicht verarbeiten kann, das kann ich nicht mehr ertragen.

Manchmal kommt was Gutes dabei rum, Gutes in Form eines Textes, der vor meinem Urteil bestand hatte und hier ins Desaster durfte.

Aber ansonsten kann ich nichts Gutes dabei erkennen.

Also bin ich jetzt mal froh, dass ein wenig Ausgeglichenheit bei mir eingezogen ist.

Ausgeglichenheit ist chillig und reist mit leichtem Gepäck aber sie ist irrsinnig sprunghaft und so schnell wie sie auf der Matte steht, so schnell ist sie auch wieder fort.

Und dann gerät das innere Pendel wieder heftig in Schwung und das brauche ich nicht.

Und hey..der Herbst steht vor der Tür.

Ich warte immer darauf, dass er mal reinkommt aber er steht immer nur vor der Tür.

Dieser Herbst.

Mit seinen Stürmen und dem bunten Laub und goldenen Tagen und den Kapuzen auf dem Kopf und Regen im Gesicht. Und zerstörten Regenschirmen in den Mülleimern.

Und danach kommt der Winter (würde mich allerdings auch nicht wundern, wenn wir dann direkt wieder auf Sommer switchen).

Winter und ich: Lovestory. Never ending.

Weil: Lichterketten (dieses Jahr kaufe ich ganz bestimmt endlich eine neue) und fette Blockkerzen und Kälte, Kälte, Kälte und Wind und bitte bitte Schnee und kuschelige Klamotten und Kekse und Kakao.

Vielleicht bin ich auch so ausgeglichen, dass ich mal wieder ein Buch lesen kann. Vom Anfang bis zum Ende. Und nicht umgekehrt.

Und so, dass ich wieder Musik hören kann. 

Wir werden sehen.

Sia hat mir geholfen. Melancholie und Motivationslevel 3000. Wie macht sie das bloß?

 

 

Bis bald,

Silver

 

 

 

Freitag, 21.07.17

 

 

 

Dienstag, 18.07.17                  Kopfkinoweisheiten

 

 

Erst vor Kurzem entdeckte ich es, ein heruntergekommenes Kino, dem Verfall überlassen und scheinbar in Vergessenheit geraten.

Ein paar Bauzäune umschliessen das kleine Grundstück, aber es gibt eine günstige Stelle, an der man den Zaun ein wenig beiseite schieben und sich hindurchzwängen kann..

Nur noch wenig erinnert an die Glanzzeiten dieses schönen alten Gebäudes.

Die helle Farbe blättert überall ab, der Eingang ist mit Holzlatten verbarrikadiert, Licht wirft einzig und allein eine kleine Lampe am Bauzaun, dessen schwaches gelbes Licht auf den Eingangsbereich fällt.

Die alte Leuchtreklame funktioniert schon lange nicht mehr, ein paar wenige schwarze Letter hängen traurig herunter, welcher Film in der letzten Vorstellung lief, kann man nicht mehr erkennen.

An der Seite des Gebäudes, im Dunklen verborgen, befindet sich der Notausgang, eine kleine, unscheinbare Tür, die, mit ein wenig Nachdruck, den Weg ins Innere freigibt.

 

Im ganzen Innenbereich liegt ein leicht zerschlissener roter Teppich, die Wände sind mit dunklem Holz getäfelt. In den kleinen Sälen sind die Sitze aus dunkelrotem Samt noch gut erhalten, mit ein wenig Phantasie könnte man meinen, jeden Augenblick beginnt der Film.

Das grelle Licht aus meinem Handy streift umher und ich finde den Weg in eine Sitzreihe.

Die Leinwand ist ein wenig beschädigt aber sonst ist alles noch erhalten.

Ich strecke meine Beine aus und lasse das Licht im Raum umhertanzen.

 

'Das ist ein wunderbarer Platz hier', bemerke ich flüsternd.

'Ja, solange, bis irgendein Nachtwächter hier hereinplatzt'

'Hier kommt niemand her, das Gebäude steht schon länger leer, vermutlich lassen irgendwelche Spekulanten es verfallen, warten, bis der Preis fürs Grundstück hoch genug ist..und erst dann wird verkauft, oder auch nicht.'

'Das ist so unwirklich hier..wie alles eigentlich'

'Mh, ich weiß was du meinst. Aber wirklicher als alles andere.'

'Unser Versteck, hm? Vor dem da draußen. Vor dem Gefühl, in einem Leben zu leben, dessen Gesetze wir nicht kennen, umgeben von Menschen, dessen Sprache wir nicht sprechen'

'Du fängst jetzt aber nicht wieder von der Matrix an, oder? Du solltest solche Filme echt nicht so oft gucken', sage ich und versuche, mit der Handytaschenlampe SOS an die Leinwand zu morsen.

'Als ob du nicht auch so denkst. Du schaust doch ständig nach oben und suchst nach irgendwelchen Scheinwerfern, du hast echt Angst, da könnte wirklich einer sein und dir auf den Kopf krachen, wie bei Truman'

'Das würde zumindest einiges erklären. Warum fühlen wir uns denn so? Als wäre man nur ein hirnloser Statist in einer total misslungenen Dramedy-Serie, die irgendwie kunstvoll und innovativ daherkommen will aber einfach nur übertrieben nervig ist.

Ich wünschte echt, es würde sich endlich auflösen.'

'Serienfinale! Endlich. Und morgen aufwachen und fühlen, dass es vorbei ist und du nicht mehr wie ein verirrter Statist durchs Bild rennst, durch die Szenen der eigentlichen Hauptdarsteller'

'Ja, wir Statisten..denen man vergessen hat Regieanweisungen zu geben oder einfach das ganze Script zu erklären.'

'Und du kriegst es nicht mal hin, dass es deine verdammte Serie ist!'

'Ne..stattdessen kommt man sich ständig vor, als würde man durchs Leben der anderen schleichen, bloß still sein und kein Aufsehen erregen'.

'Ist dir auch schon mal aufgefallen, wie negativ das eigentlich behaftet ist?'

'Was jetzt?'

'Na, Aufsehen erregen. Emotionen. Einfach..Sein. Was ist so schlimm daran, emotional zu sein? Du bist so emotional, das ist wie eine Anklage. Warum muss man seine Gefühle verbergen, warum schleichst du rum und versuchst, es jedem recht zu machen, für jeden das zu sein, was sie in dir sehen wollen...du kannst dich nicht ewig selbst verleugnen, ob es anderen passt oder nicht. Dabei ist es fast unmöglich, ihrem Pfad zu folgen, du darfst auf keinen Fall abweichen, sonst lassen sie dich einfach zurück, es ist fast unmöglich, nach ihren Gesetzen zu leben, jeder ist doch Richter und Henker in einem und sie ziehen ihre Knarre verdammt schnell, schneller als ihr eigener Schatten und sie strömen vorbei wie eine gewaltige Flutwelle und du versuchst, dich festzuhalten aber rutschst an ihnen ab, weil sie wie nasse, aalglatte Steine sind und du ertrinkst, direkt vor ihren Augen'

Ich seufze zustimmend.

 

Kurz-kurz-kurz-lang-lang-lang-kurz-kurz-kurz, morse ich mit meiner Handylampe.

'SOS?'

'Jep'.

'Das nützt dir auch nichts'

'Ich weiß', sage ich.

'Weißt du, was das schlimmste an der Sache ist?'

'Na?',

'Das du nur mit dir selbst redest, du weißt schon, dass du allein bist, oder? Das ich nur in deinem Kopf existiere? Dieses Kino nur in deinem Kopf existiert? Wenn dich jetzt jemand sehen würde...wie du Morsezeichen blinkst und mit dir selbst diskutierst oder gar grundlos loskicherst'

'I'm a little scary sometimes, you know? Brilliant..but scary'.

'Lass' Harry Potter da raus und brilliant weg, scary reicht völlig'

'Warum sollte ich, du bist doch sowieso nur in meinem Kopf?'.

'Klar bin ich das, aber warum um in alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?'

 

Jetzt muss ich echt kichern.

 

Silver

      

 

Montag, 17.07.17                    

Freitag, 30.06.17                      Monster

 

 

Würden wir uns kennen, würde ich sagen, komm' doch einfach her.

Wir würden zusammen Filme schauen und Musik hören und Essen kochen und durch dunkle Straßen laufen.

Wir würden reden oder auch schweigen und unseren Gedanken nachhängen.

Würden wir uns kennen, würde ich dir sagen, dass du dich mit vielen Menschen umgeben, an tolle Orte fahren und atemberaubende Dinge anstellen kannst aber irgendwann der Moment kommt, an dem du wieder allein bist.

Irgendwann ist es still und du merkst, dass du nicht vor dir selbst davonlaufen kannst.

Das du dein Monster mitnimmst, ganz egal, wohin du gehst.

Würden wir uns kennen, würde ich dich halten, ausnahmsweise und wenn du es erlaubst, wenn dein Monster wieder wütet. Du kannst schreien und weinen, es wäre ok, aber nur, weil du es bist.

Würden wir uns kennen, würde ich dir sagen, dass das Monster gerne kommt wenn du dich sicher fühlst. Es kommt dann, wenn du dich am wenigsten wehren kannst; während du schläfst.

Ich würde dich nicht aus deinem quälenden Schlaf holen, damit du dich ihm stellen kannst, damit du den Kampf mit deinem Monster ausfechten kannst.

Aber ich würde deine Hand halten, damit du spürst, dass du nicht alleine bist.

Würden wir uns kennen, würde ich dir vielleicht von meinem Monster erzählen.

Das es klein und grau und sehr flink und äußerst verschlagen ist.

Eigentlich keine schlechten Eigenschaften, aber nicht für ein Monster.

Es taucht gerne plötzlich auf, dann, wenn ich dachte, es wäre fort oder vielleicht nie dagewesen.

Aber natürlich war es da und es ist auch nie wirklich weggewesen. Es schlummert nur dann und wann vor sich hin und wiegt mich in Sicherheit.

Würden wir uns kennen, würde ich schlechte Witze reißen und versuchen, dich aufzumuntern und du würdest nicht deine Augen verdrehen und mich seltsam finden, weil du wissen würdest, dass ich ein Monster in mir trage, so wie du und wie das so ist, mit einem Monster zu leben.

Würden wir uns kennen, würde ich dir erzählen, wie wunderbar ein einziger Tag sein kann, was man alles erleben kann, was man alles lernen kann, wo man überall gewesen sein kann...und was man alles zerstören kann, an einem einzigen Tag.

Und du würdest verstehen, wie das ist, wenn man Tag um Tag verstreichen lässt und so winzige Schritte geht, dass man nichtmal sieht, dass du dich tatsächlich fortbewegst.

Und du würdest es kennen, das schlechte Gewissen und die Frage, warum du überhaupt atmen darfst, du, wo du doch nur mit deinem Monster kämpfst und ganze Tage an dir vorüberziehen weil das Monster in deinen Eingeweiden gnadenlos und eiskalt ist.

Vielleicht laufen wir aneinander vorbei und ich sehe dich und vielleicht siehst du mich auch.

Würden wir uns kennen, würden wir uns anlächeln und verstehen; würdest du mich kennen, würdest du wissen, dass ich dich aber nicht kennen muss, um dich zu sehen.

 

 

Silver

 

 

 

Nyctophilia (n.) Love of darkness or night. Finding relaxation or comfort in the darkness.

 

 

 

Samstag, 17.06.17               Jeden Tag

 

 

Weißt du, wie es sich anfühlt, jeden Tag? 

Als würde ich auf etwas warten, und ich warte und warte aber wie lange soll ich warten und vor allem, worauf?

Als hätte ich etwas wichtiges vergessen, nur was? 

Ich versuche mich zu erinnern aber mir fällt es nicht ein, doch es fehlt. Es fehlt immer in jeder Sekunde und überall.

Als hätte ich irgend etwas verloren, was mir wichtig war und ich suche und suche aber wonach, weiß ich nicht und wie sehr ich auch suche, ich finde es nicht.

 

Silver

 

 

 

Freitag, 16.06.17                    ....

 

Suche dir deine eigenen Worte.

Höre auf, meine zu verdrehen, drauf aufzubauen und sie auszudehnen bis es für dich passt oder du denkst, du hast es besser gemacht.

Es ist meine Geschichte, nicht deine.

Warum verstehst du das nicht?

 

Silver

      

 

 

Donnerstag, 1.06.17               Keine Ansichtssache

 

 

Tu dir den Gefallen und unterschätze mich nicht.

Schau mir nicht nur ein einziges Mal in die Augen und denke, du kennst mich.

Rede nicht mit mir ohne hinzuhören und glaube, du hast mich durchschaut.

Lese nicht meine Worte und meine, du würdest mich verstehen.

 

Du glaubst, weil ich geknickt bin, kannst du mich brechen.

Aber manchmal geht man nur in Deckung, um auszuholen und zurückzuschlagen.

Sieh' dich vor und mache niemals den Fehler, einen vermeintlich hilflosen Menschen zu unterschätzen., nur weil er verletzt ist.

Verwechsle sanft nicht mit schwach und tolerant nicht mit meinungslos und gutmütig nicht mit wehrlos.

 

Silver

      

 

 

Mittwoch, 19.04.17                      Dämon  

 

 

War überhaupt irgend etwas echt?

War auch nur eine einzige deiner absonderlichen Geschichten wahr?

Das Problem an dieser leidvollen Angelegenheit ist, dass ich es bin, die nicht ehrlich sein kann.

Weil die Wahrheit ist, dass du mir viel zu wichtig geworden bist.

Und weil das so ist, möchte ich unbedingt, dass du mich magst, was dazu führt, dass ich nicht ehrlich sein kann.

Weil du mich dann nicht mehr mögen würdest.

Das ist die eine Sache, bei der du mir tausendprozentig vertrauen kannst.

Du würdest es nicht verstehen, mich lächerlich schimpfen, einer Geistesschwäche bezichtigen, auslachen.

Soweit werde ich es niemals kommen lassen.

Witzig ist, dass ich dich nicht besonders gut leiden kann.

Manchmal veranlasst mich dein Gesicht dazu, mir auszumalen, wie ich meine Faust tief in deinem Grinsen versenke.

Aber dann denke ich an deine Augen und wie unendlich tief sie sind.

Wenn du mich doch nur so ansehen könntest.

Du hast etwas, was mich nicht loslässt.

Aber ich muss, denn es gibt kein nach vorn für uns, für dich, für mich.

Du wirst immer mein Phantom sein, mein Dämon, mein Traum.

Mein Traum mit der hässlich-tragischen Überschrift Was wäre wenn.

Ich kann nicht anders. Ich will es nicht anders. Auch wenn es sich anfühlt, als hätte ich ein Stück glühende Kohle verschluckt, jetzt liegt es schwer in meinem Magen und sendet schreckliche Schmerzen aus.

Als wäre mein Herz das Stück glühende Kohle, du hast es angezündet und jetzt lodert es vor sich hin und es gibt nichts, was es löschen könnte.

Ich habe dich entfesselt und jetzt werde ich dich nicht mehr los.

Ich vermisse dich so.

Und ich bin froh, dass du fort bist.

Sag' mal Dämon, denkst du eigentlich manchmal an mich?

 

  

Silver

 

 

 

Dienstag, 28.03.17                                  Ja, Dienstag

 

Einfach nur ein Mini-Desaster.

Ich freue mich, dass ich in letzter Zeit ein wenig meiner kleinen Leidenschaft nachgehen konnte: Filme gucken.

Wer auch mal wieder Lust darauf hat und vielleicht nicht weiß, welcher Film es sein soll..diese habe ich geschaut und kann eigentlich alle empfehlen, den einen mehr, den anderen weniger, gut finde ich sie (fast) alle.

 

-Assassins Creed (1+ mit dreifach Sternchen), -Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, -Passengers, -Arrival, -Nocturnal Animals, -Split, -The Purge Election Year, -Die Zeitmaschine (den Klassiker, ich liebe diesen Film), -Ghostbusters (2016), -Ein ganzes halbes Jahr(<3), -Hotel Transsylvanien 2 (nicht mehr ganz so aktuell aber trotzdem gut), -Angry Birds, -Sausage Party (höchst verstörend und nach 25 Minuten abgebrochen)..

 

Habt ihr irgendwelche Filmtipps?

 

Und hier der Song der Woche... und darüber hinaus.

Bis bald!

 

Assassins Creed-Ready to fight

 

     

 

Freitag, 31.03.17               Briefe nach Mitternacht 

-10-

 

 

Als ich aufwache, ist der Sturm vorüber. Fast nichts erinnert mehr an diese Nacht, diese Nächte.

Der Morgen erwacht in einem weichen Gelb und über den Dächern schieben sich die ersten zarten Sonnenstrahlen, vorsichtig fast, als müssten sie erst schauen, was hinter den Dächern auf sie wartet, bevor sie sich ganz ausbreiten. 

 

Und ich dachte, es wäre fort.

Dieses Gefühl.

Ich dachte, ich wäre es endlich los, dieses Gefühl, das mich nicht schlafen lässt.

Wie ich mich geirrt habe.

Es ist noch immer hier, genau so, unverändert, quälend und intensiv und darüber kann auch dieser frische Morgen nicht hinwegtäuschen.

 

Du bist wie eine optische Täuschung. Diese Spiralen oder das Negativ auf das man schaut und dann an die Wand und plötzlich ist da ein richtiges Bild, in Farbe, ganz deutlich.

Nach ein, zweimal Blinzeln ist es auch wieder fort.

Aber dein Bild ist immer noch da.

Ich brauche nur meine Augen schließen und sehe dich.

Als hätte sich dein Bild eingebrannt, auf meine Netzhaut und es verschwindet einfach nicht.

Echt superklasse.

Weißt du, was das ist?

Weißt du, wie man das nennt?

Das ist Verrücktheit.

Dafür gibt es keine schönen Synonyme.

Das ist abgefuckte Verrücktheit und sie lässt mich nicht schlafen.

Weil ich jedes Mal wenn ich meine Augen schließe, dich sehe.

Und weißt du, was das ist?

 

I'm not in love

So don't forget it

It's just a silly phase I'm going through

And just because 

I call you up

Don't get me wrong, don't think you've got it made

I'm not in love, oh no, it's because..

...

I keep your picture 

Upon the wall

It hides a nasty stain that's lying there

So don't you ask me 

To give it back 

I know you know it doesn't mean that much to me

I'm not in love, no no, it's because.. 

 

 

Verdammte Schnulzen.

 

Silver 

 

     


Dienstag, 28.02.17            Briefe nach Mitternacht

                                                   -9-

 

 

Mein Schatten bewegt sich nicht mehr.

Er ruht als schräg langgezogener Strich an der gegenüberliegenden Wand und scheint mit langen Fingern anklagend auf mich zu zeigen.

 

Du musst damit aufhören.

Vergebe ihnen. Vergebe dir.

 

Ich schaue auf. Der Mond ist aus meinem Sichtfeld verschwunden. Aber sein Licht reicht noch aus, um mein Zimmer in diffuses Dämmerlicht zu tauchen.

Wolken ziehen auf, es wird windig.

Die Wolken jagen vorüber, dunkelgraue Schlieren mit ausgefransten Enden, sie werden immer schneller, lösen sich auf und formen sich neu, der Wind rauscht um das Haus, immer lauter, aus dem Wind wird ein Sturm und aus dem Sturm erwacht ein Flüstern.

Es drückt gegen mein Fenster, lass mich rein, lass mich rein, flüstert es.

 

Die Bäume, deren kahle Kronen über den Dächern der Nachbarhäuser aufragen, werden hin und her gepeitscht, ihre nackten Äste biegen sich und ihre Zweige schwingen umher wie knochige Finger.

 

In der Ferne läutet die Kirchturmuhr, ihr dunkler Hall wird vom Sturm herüber getragen, einmal, zweimal, dreimal, viermal.

Der dunkle Klang hängt noch einen Moment in der Luft, ehe er von einer weiteren Windböe fortgeweht wird.

 

Du musst damit aufhören.

Verzeihe ihnen. Verzeihe dir. Zuerst dir, nur dir.

Bitte.

 

Ich vergrabe mein Gesicht in meiner Decke, lehne meine Schläfe wieder an das bodentiefe Fenster und lausche dem Sturm.

Ich glaube, der Schnee wird nicht mehr kommen.

 

In Liebe,

 

Silver

 

 

 

 

Dienstag, 31.01.17           Briefe nach Mitternacht

                                                    -8-

 

 

Von mir aus kann die Nacht noch lange dauern.

Warum haben die Menschen Angst vor der Dunkelheit?

Alles ist ruhig und irgendwie..gleich.

Gibt dir die Nacht keine Sicherheit? Umhüllt sie dich nicht mit Geborgenheit wie zwei schützende Arme?

 

Du schaust dich immer wieder um als du in deine Straße einbiegst.

Denkst du, du hörst Schritte hinter dir, ein leises Wispern? Spürst du einen warmen Hauch direkt in deinem Nacken?

Aber wenn du dich umdrehst ist da niemand, da sind so viele Schatten auf dem feuchten Asphalt, jeder Busch und jedes Auto wirft seine eigenen. Schwer zu sagen, ob es menschliche Schatten sind.

Die Lichter der Ampeln schimmern auf dem Boden und spiegeln sich in den dunklen Fenstern wieder.

Fenster, hinter denen die Menschen längst schlafen. Vielleicht steht hinter einem dieser Fenster aber eine weitere schlaflose Seele und beobachtet dich dabei, wie du über die Straße huschst.

Deine Hände sind tief in den Taschen deiner Jacke vergraben, zur Faust geballt, in Erwartung eines plötzlichen Angriffs aus der Dunkelheit.

Du ziehst dir die Kapuze tief ins Gesicht wie ein Visier, deine Kiefermuskeln arbeiten auf Hochtouren.

 

Du richtest den Blick wieder nach vorn, dein Puls geht jetzt langsamer, entspann' dich, niemand ist hier.

Denkst du.

 

Ich bin direkt hinter dir, wie immer siehst du mich nicht, nur meinen Schatten, der alles mögliche sein kann.

Ich warte wieder, bis du sicher zuhause angekommen bist.

Bis bei dir das Licht angeht.

 

Die schlaflose Seele sieht mich, ich bemerke es und schaue hoch. Sie steht da als gesichtslose, helle Gestalt und hält etwas in den Händen, vermutlich eine Tasse.

Wir nicken uns kaum merklich zu und sie wendet sich ab.

 

Ich warte, bis bei dir das Licht ausgeht.

Ich warte, bis du in einen tiefen Schlaf fällst.

Ich warte, bis du in einem schönen Traum erwachst.

 

Ich warte, bis es wieder Nacht wird.

Weil ich nur dann bei dir sein kann.

 

Ich werde hier warten, so wie ich es immer getan habe.

 

 

In Liebe,

Silver

 

 

 

 

Sonntag, 15.01.17                           Ich nenne es mal 'Geburtstagswünsche'

 

Sö. Vorsätze zum neuen Jahr sind mir zum neuen Jahr ja nicht so wirklich eingefallen. Die haben auch immer so einen Hauch von Zwang und Muss. So sind es mehr Wünsche und Vorhaben und das ist doch um einiges netter.

Ich bin also nochmal in mich gegangen und mir ist tatsächlich etwas eingefallen, es ist also noch nicht alles verloren. Und die Liste kann beliebig geändert oder erweitert werden, es ist nämlich meine.

Vielleicht ist ja auch was für dich dabei.

 

~dem Glückskeks glauben('Eine positive Haltung wird das gewünschte Ergebnis bringen')~ins Krimitheater gehen~mal wieder ins Planetarium gehen(und da nicht einschlafen)~öfter ans Meer fahren~und wenigstens einmal den Sonnenaufgang/untergang beobachten~mehr und überhaupt fotografieren(die Spiegelreflex samt extra Objektiv war sauteuer also..)~mehr lesen~meine John Green-Mission beenden~die Flugangst überwinden~also irgendwo hin fliegen und sei es nur nach Stuttgart~die Elbphilharmonie besuchen~wieder Joggen~Schlittschuhlaufen gehen~endlich alle Filme schauen, die ich sehen wollte~Sneak-Preview~Freiluftkino im Sommer~irgendwo, egal wo, nochmal Twenty One Pilots live sehen, koste es, was es wolle~Fangirlmäßig ihren Merch kaufen(mindestens aber einen Hoodie, eine Handyhülle nenne ich bereits mein Eigen)~eine anständige Musikanlage besitzen~zweites Piercing (Industrial oder Tragus oder..irgendwas)...

 

 

Silver

 

 

 

Freitag, 6.01.17          Briefe nach Mitternacht

                                                -7-

 

 

Die lauschigen Tage sind vorbei.

Die schönen Kugeln und kleinen roten Äpfel, Strohherzen und Sterne müssen verstaut werden. Aber morgen, nicht heute.

Draußen ist es wieder klirrend kalt. Bald soll es endlich schneien.

Ich sitze an meinem bodentiefen Fenster und kuschle mich noch tiefer in meine Decke.

 

Komm' Träumerle, es ist Zeit aufzustehen

 

Nein.

Ich will noch nicht aufstehen.

Ich möchte hier sitzen bleiben, am kühlen Fenster, weiter in die dunkelblaue Nacht schauen, den Himmel beobachten und wie die Sterne vorüberziehen und sicherstellen, dass die Erde sich auch wirklich dreht.

Ich möchte hier sitzen bis der Tag anbricht.

In Rosa oder Orange oder Rot, das weiß man vorher nie so genau.

Ich möchte nicht aufhören, zu träumen.

 

 

Ich versuche, mir meine Träume zu bewahren.

Aber es schmerzt, irgendwann zu erkennen, dass man den Traum nicht realisieren kann.

Es schmerzt, weil man irgendwann mehr will.

Man will nicht nur träumen, man will, dass der Traum wahr wird.

Und es ist ok, mehr zu wollen, es ist gut, mehr zu wollen weil man mehr verdient hat, weil jeder nicht weniger als mehr verdient hat und nicht weniger wollen sollte, als seinen Traum oder alle Träume zu erleben,

 

Und ich?

Ich warte weiter auf den Schnee.

 

 

In Liebe

Silver

 

 

 

 

Samstag, 31.12.16     True..

 

 

~How long is forever? 

-Sometimes, just one second

 

 

Lewis Carroll,

Alice in Wonderland

 

     

 

Mittwoch, 28.12.16      Briefe nach Mitternacht

                                       -6-

 

Ist dir kalt?

Hast du Angst?

Komm, ich wickle dich ein

Ich decke dich zu

Ich umhülle dich mit den schönsten Worten, die mir einfallen

Sie sollen dich wärmen

Sie sollen dich beschützen

Sie sollen dich zum Lächeln bringen

Sie sollen immer bei dir bleiben und nachhallen. selbst wenn ich schon lange nicht mehr da bin

Ist dir warm?

Bist du sicher?

 

Ich schreibe nicht bloß Worte

Ich male sie, nicht Schwarz auf Weiß, sie sind Bunt auf Bunt und ein Leuchten auf Funkeln und sie sind so viel mehr

Sie sind nicht nur d und u und i sie sind tausend Formen die es gar nicht gibt und sie sind so viel mehr

Du liest sie nicht bloß, sie sind Musik einer Melodie in einer Melodie aus tausend Tönen, die du noch nie gehört hast und sie sind so viel mehr

Du siehst sie nicht bloß, sie sind mehr als das, mehr als Worte, sie sind alle Sinne die du hast und tausend Sinne mehr, die du gar nicht kanntest

Das sind sie für mich und ich mache daraus die schönste Decke aus endlosen Worten

nur für dich 

Weil du nicht nur du bist, du bist so viel mehr

Ist dir warm?

Bist du sicher?

 

 

Silver

 

 

    Ohne dich gäbe es diese Worte nicht.

Und das ist okay.

 

 

 

 

Sonntag, 4.12.16         Briefe nach Mitternacht

2.Advent                         -5-

 

Habe ich dich nicht gerettet? Hab' ich doch? Nicht?

Vor der Kälte und all den falschen Menschen.

Habe ich nicht bewiesen, wie wichtig du mir bist, Silver, habe ich nicht alles gesagt und alles getan, um es zu beweisen?

Aber nach all der Zeit bist du noch immer so verschlossen, stumm, ganz weit weg von mir, wo bist du? Bei wem? Wer bist du?

Warum lässt du mich nicht in deine Gedanken, in dein Herz?

Warum glaubst du mir nicht, warum vertraust du mir nicht?

Manchmal habe ich Angst, vor dir, deiner anderen Seite, deiner wahren Seite?

Was verbirgst du und warum und was kann ich (noch) tun, damit ich sie sehe, um dich endlich wirklich zu sehen?

Will ich das überhaupt? Oder will ich damit leben, dass du mir nur dieses winzige Stück gibst, wenigstens ein winziges Stück, besser als gar keins.

Das Stück ist okay, es ist hell und voller Wärme aber ich weiß, an diesem Stück hängt noch so viel mehr, soviel Schmerz und Finsternis und Traurigkeit und Wut...warum? Ich spüre es aber will ich es wissen?

Will ich wirklich wissen, wo du bist wenn dein Blick woanders ist, so oft weit weg von mir, vom Hier. Bist du in einer anderen Welt, bei jemand anderem? Träumst du nicht von mir? Du träumst nicht von mir, ich weiß es aber ist es nicht okay? Denn die Hauptsache ist, du bist neben mir...wenn auch nur ein winziges Stück von dir...

 

Es tut mir leid. Für dich.

     

 

Silver

 

 

 


 

Samstag, 12.11.16         Briefe nach Mitternacht

                                            -4-

 

 

Egal was war, egal was noch kommen mag, ich weiß, dass ich all die kleinen Augenblicke, den Duft des Tages, die Schönheit der Nacht, deine Augen, deine Hände, dein Gesicht, all die Farben und was sie in mir auslösen, niemals vergessen werde.

Ganz gleich was auch passiert.

Wenn kein Wort mehr gesprochen und kein Blick mehr gewechselt wird, kein Schnee mehr für uns fällt, wir keine Spuren mehr hinterlassen und uns niemand mehr kennt, alles nur ein winzig kurzer Wimpernschlag war, unbedeutend und längst Vergangenheit, wenn alles, was uns wichtig war, zu Dunkelheit wurde, wenn wir zur Dunkelheit werden, wenn all das, was wir geliebt haben, andere hassen, werde ich lächeln. Weil es dennoch war, weil du warst und ich und ich da sein durfte.

 

In Liebe,

 

Silver

      

 

Freitag, 4.11.16             Briefe nach Mitternacht

                                        -3-

 

 

Ich bin wohl kurz weggenickt.

Mein Kopf lehnt an der Fensterscheibe, meine Decke ist mir von der Schulter gerutscht, ich fröstele.

Es ist kühl im Zimmer.

Ich hauche meinen warmen Atem gegen die kalte Scheibe und male einen schiefen Smiley auf die winzige weißliche Leinwand.

Kaum gemalt, zerläuft das kleine Gesicht und verblasst langsam, übrig bleibt nur sein schauriges Grinsen.

 

Ich ziehe mir meine Decke wieder über die Schulter und starre aus dem Fenster.

 

Es ist kalt draußen. Es ist so kalt, dass ich hören kann, wie kalt es ist.

 

Meine Gedanken überschlagen sich seit ich hier kauere.

Meine Gedanken überschlagen sich seit Stunden, Tagen, Wochen.

Monaten. Jahren?

Gedanken drehen sich im Kreis.

Ich bin müde. So müde.

Ich will nur schlafen.

Schlafen.

Schlafe.

Schlaf.

Lass mich einfach schlafen.

 

 

In Liebe.

 

Silver

 

 

    

Mittwoch, 19.10.16       Briefe nach Mitternacht

                                       -2-

 

 

Und was ist, wenn die Dunkelheit dich zu verschlingen droht?

Und die Schwermut dich erdrückt?

Und die Trostlosigkeit dich entmutigt?

An wen denkst du dann?

Und woran klammerst du dich?

 

Wenn du Angst hast, dass es ewig düster bleibt.

Und dieses Zwielicht alles zu umfassen scheint.

 

Doch es wird nicht ewig dunkel sein.

 

Wenn du daran glaubst, glaube ich es auch.

 

 

 

In Liebe.

 

Silver

 

 

 

Mittwoch, 12.10.16         Briefe nach Mitternacht

                                        -1-

 

 

Der zwölfte Schlag der Kirchturmuhr weht eben zu mir herüber und verhallt in der Nacht.

Seit Stunden wohl hocke ich hier, zusammengekauert auf dem Boden, eingewickelt in meine Decke, meine Schläfe an das kühle Glas des bodentiefen Fensters gelehnt.

So langsam gesellt sich die Kälte auch zu mir unter die Decke.

Nur schemenhaft sind die Umrisse meines Mobiliars auszumachen und alles, was sich in den letzten Stunden bewegte, war mein eigener verzerrter Schatten, der, je nach Lichteinfall, gespenstisch hochgewachsen oder klein und gekrümmt aussah und sich, im Licht des Mondes, langsam über den alten Holzfußboden und an den Wänden entlang, durch mein Zimmer bewegte.

 

Mitternacht.

Nur um diese Zeit existiert keine Zeit mehr.

Es gibt kein Gestern und kein Morgen, nicht mal ein Heute, nur das Jetzt, diesen Augenblick und es ist still und einsam und schön und nur jetzt kann ich es schreiben. Nur jetzt brauche ich mich nicht zu schämen.

Nur jetzt ist es wahr und nur jetzt macht es Sinn.

 

 

Meine eigene Schrift kommt mir fremd vor, so krakelig und uneben und sie ist selten so, wie beim letzten Mal.

 

 

Ich schreibe. Für mich. Ein bisschen auch für dich.

 

 

In Liebe.

 

Silver

 

 

 

Dienstag, 27.09.16                               Kurzer Zwischenbericht

 

 

Der Arzt mir gegenüber sieht irgendwie viel abgeschlagener aus als noch vor fünf Minuten.

Ich habe das ungute Gefühl, es könnte an mir liegen.

"Was machen wir mir Ihnen...", sinniert er vor sich hin, ich weiß, dass er darauf keine Antwort erwartet.

Ich wage einen letzten Versuch.

"Also, letztens in so einem Film, da war die Rede von einer kognitiven Neukalibrierung. Das möchte ich auch.

Kriegen Sie das hin?", frage ich vorsichtig.

Die Stirn des Arztes legt sich in unzählige Falten. Unglaublich, dass dafür soviel Haut vorhanden ist.

Ich versuche ihm auf die Sprünge zu helfen.

"Vielleicht als Globuli oder so?".

Er überlegt kurz, scheint die Globuli-Idee aber erstmal beiseite zu schieben und öffnet eine geheimnisvolle Holzschatulle, die auf seinem Schreibtisch steht.

Ein Mix aus hellem und sehr dunklem Holz, auf dem Deckel windet sich ein kunstvoll geschnitzter Drache.

Oha, denke ich nur, als der Arzt, scheinbar in purer Verzweiflung, ein Pendel zu Rate zieht.

Er lässt das Pendel bedeutungsvoll über meine Karte schwingen.

Das seine Hand dabei leicht zittert scheint er nicht zu bemerken.

Spielt vielleicht auch keine Rolle.

Was mich viel mehr beschäftigt ist die Frage, was ein Cellulose-Gemisch und Druckerfarbe dem Pendel über mich erzählen kann.

Offenbar nicht viel, denn er lässt das Pendel samt Kette in seine Hand gleiten und kurz darauf verschwindet das Zauberwerkzeug wieder in der schönen Holzschatulle.

"Keine Globuli?", hake ich nach.

"Ich nehme auch Saft oder Tabletten", biete ich an.

"Ich glaube", spricht der Arzt endlich, "wir nehmen erstmal Blut ab".

Ich bin enttäuscht aber mir fällt spontan was ein.

"Letztens im Teletwitter zum Tatort, da stand was echt Lustiges", teile ich ihm mit und mache eine Pause um sicherzustellen, dass mir der Arzt ohne Doktortitel noch kurz eine Minute seiner Zeit schenkt.

Na bitte, er schaut mich aufmerksam an.

Ich zitiere, ohne ihn vorher darauf hinzuweisen, das habe ich ja eben schon indirekt getan.

"Ich habe die Lage offenbar völlig falsch eingeschätzt.

~Das wäre doch ein guter Spruch für deinen Grabstein."

 

Vielleicht sollte ich mir einen anderen Arzt suchen.

 

 

Silver

 

                                                                    Entspann' dich mal

                                                       Und? Entspannt?

 

     

 

Sonntag, 4.09.16                              Irgend son' Text

 

Manchmal würde ich gerne in so einer Runde sitzen, mit total intellektuellen Leuten, in der jeder was total intelligentes zu erzählen hat. Wo jeder Fremdworte benutzt, die ich heimlich unterm Tisch nachgoogeln muss (im Handy, ja, das Fremdwörterlexikon passt nicht in meine Tasche)..naja, meist liegt es an mir wenn so ein Gespräch im Sande verläuft.

In meinem Kopf ist so viel drin aber auf dem Weg vom Gedanken zum Wort verunglücken die Gedanken meist ganz tragisch und am Ende kommt nur sowas wie  MHM.. heraus. Oder so.

Manchmal sprudeln die Worte auch ungefiltert an die Oberfläche wie Quellwasser aber meine Worte sind weder frisch noch klar und schmecken tun sie auch nicht.

Fehlt noch dass ich anfange zu stottern.

Ich würde gern die Sternbilder richtig erkunden, ich erkenne höchstens drei, den großen Wagen, den Skorpion, vielleicht auch den Orion aber ob diese drei Sterne dazu gehören, die mir so vertraut sind, oder woanders hin, ich weiß es nicht.

Ach, ich drucke mir einfach eine Sternbildkarte aus, stelle mich nachts auf einen Berg, ja, ok, Hügel (wir sind hier im Norden, hier hügelt es höchstens) und fertig.

Außerdem möchte ich darüber reden ob die Tests Sinn machen, um irgendwann einmal auf dem Mars leben zu können-wenn die Voraussetzungen dafür sind, während der Reise und den ersten Jahren dort, nicht durch klaustrophobische Zustände, Langeweile, oder einer leichten Form von Vereinsamung Gefahr zu laufen, durchzudrehen und Amok zu laufen. Eigentlich also exakt die Zustände hier auf der Erde. Auf dem Mars leben wollen und es nichtmal auf unserem Heimatplaneten schaffen. Wir sind halt immernoch echte Entdecker, zwar keine Seefahrer mehr aber dafür Raumfahrer.

Ich wäre trotzdem sofort dabei auch wenn ich sicher überhaupt nicht geeignet dafür bin aber wenn man hinkommt, kommt man auch zurück.

Ich wäre dann nur zwei Jahre unterwegs, hin, kurz gucken, ein paar Eindrücke sammeln, Fotos schiessen, wieder zurück.

Das schafft man.

Jemand noch da draußen, der verklärt ins Leere starrt wenn er Bilder vom Jupiter anschaut?

Wie wunderschön und überwältigend..und dann dämmert einem so langsam, dass das Ziel all dieser Missionen ja nicht ist, einfach ein paar schöne Bilder zu machen, sondern zu schauen ob diese Planeten was zum Ausbeuten hergeben weil wir unseren Planeten schon durch haben.

Weil wir wie gierige, unvernünftige Kinder sind, die sich komplett mit Süßigkeiten überfressen haben aber einfach nicht aufhören können obwohl sie fast am Platzen sind.

Solche Gedanken sind zu anstrengend, lieber darüber diskutieren ob die Freibadsaison verlängert werden sollte und all seine Hoffnung darauf setzen, dass noch ein paar schöne sonnige Tage kommen damit man im Biergarten sitzen kann.

Tut mir auch leid, dass ich immer so negativ bin aber ich weiß halt, wenn ich falle, wachsen mir keine Flügel, sondern ich klatsche wie jeder andere auch früher oder später auf den Boden

 

In der Zwischenzeit bei Robocop: 'Seine Emotionen sind stabil'.

Ich verrate nicht zuviel wenn ich sage, dass diese extrem professionelle Einschätzung etwas voreilig und leichtfertig getroffen wurde. Gefühlte zehn Filmminuten später zeigt er den Bösen, wie stabil sein Zustand wirklich ist und es geht endlich rund.

 

Wenn euch jemand versichert, alles sei unter Kontrolle und es bestehe kein Grund zur Sorge, glaubt das nicht.

Geht nicht zurück ins Haus, in die Kabine, auf eure Plätze.

 

Ich glaube, das Einzige was sicher ist, ist, dass man nichts unter Kontrolle hat.

 

Silver

 

 

 

Mittwoch, 3.08.16       Tag der Wassermelone

 

 

Ich hatte mal wieder das Bedürfnis, nach besonderen Tagen zu suchen, wie damals, und damals bin ich auf den Tag der Poesie gestoßen, (zwei Jahre später habe ich vergessen, wann der noch ist.., müsste nachsehen).

Jedenfalls ist ja fast jeder Tag ein besonderer Tag. Jeden Tag gibt's was zu feiern.

Was nicht verwundert: es gibt auch einen Tag der Eiscreme. 

Super. Gibt es an dem Tag eine Kugel Eis für jeden Interessierten gratis? 

 

Aber der ist schon vorbei, was egal ist, da eigentlich jeder Tag ein Tag der Eiscreme ist. Oder sein sollte.

Aber heute, Leute, heute ist wieder so ein toller Feiertag.

Heute, am 3.08. ist der nationale Tag der Wassermelone !

Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Ich frage mich, was man an so einem Tag macht.

Schnitzt man sich aus einer besonders reifen Wassermelone vielleicht einen Kerzenhalter und huldigt so dieser süßen Frucht?

 

Die Hauptsache aber ist doch eigentlich, dass wir was zu feiern haben. Irgendwas. Wir müssen beschäftigt werden, nicht das wir noch wegen kollektiver Depressionen und unter Spaßzwang von irgendeiner Klippe springen.

Auf dem Weg abwärts, im Adrenalinrausch, finden wir das noch super und freuen uns und finden, eigentlich ist alles gar nicht so tragisch, das Leben ist ne Party aber dann fällt uns ein, dass da unten ja Klippen und Felsen warten. Und selbst wenn wir die Wasseroberfläche treffen sollten, tauchen wir in eine maximale Wassertiefe von einem Meter Achtundsechzig ein.

So richtig gut in Physik waren wir nie aber dass das nicht reicht, wissen selbst wir.

Und selbst wenn da keine Felsen und Klippen wären und auch keine begrenzte Tiefe, haben wir trotzdem die Arschkarte in der Hand weil unser Körper bei der Höhe nicht elegant ins Wasser eintaucht sondern knallhart darauf zerschellt- wie eine Wassermelone, die man aus dem 10. Stock wirft (bitte nicht ausprobieren).(Beides).

Und schwupp, weg ist er, der Adrenalinrausch und mit ihm die gute Laune. Plötzlich erscheint der eben noch als wahnsinns Idee (und einzige Idee) gefeierte Köpfer in die Tiefe irgendwie dumm. Hätten wir lieber vor dem Klippensprung ein paar einfache Berechnungen angestellt. Und Badesachen haben wir auch nicht an. 

Lasst uns lieber die Wassermelone hochleben. Und dann aufessen. Kerne aber ausspucken.

 

Silver

Song des Tages: Elton John, I want love

 

 

 

 

Dienstag, 26.07.16             3a.m. Part 2

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 19.07.16              3a.m.

  

Wenn du um 3Uhr morgens nicht schlafen kannst...versuche es lieber, sonst kommt noch sowas hier dabei heraus. 

 

 

                   Photoscape/Silver

 

 

 

 

 

Mittwoch, 13.07.16              TRAUM 

 

Kennst du diesen Augenblick zwischen Traum und Realität?

Wenn die eben noch so intensiven Bilder und melodischen Töne eines beeindruckenden Traumes am Verblassen sind und verwirrend, abstrus und irreal erscheinen.

Wenn das eben so durchdringend echt erlebte verschwimmt, ungreifbar wird, und vor deinen Augen, innen und außen, verblasst.

 

Mit jeder Sekunde, die ich langsam ins Hier und Jetzt gleite, verschwindet die andere Seite.

Ich versuche so sehr, die Bilder, das Geschehene, das Gesagte und ihren Sinn festzuhalten, um mich daran zu erinnern, um es abrufen zu können, immer und immer wieder, um immer, wenn ich es will, in diesen Traum zurückkehren zu können.

Doch er entgleitet mir schneller, als mein Gedächtnis ihn abspeichern kann.

Die Traumwolken lösen sich auf, die zarten Sonnenstrahlen des Tages verschlucken die Dunkelheit der Nacht, sie durchbrechen die diffuse Nebelwand des Traumes. 

Zurück bleiben lange Schatten, die keinen Ursprung zu haben scheinen.

Vielleicht sind es Abbilder realer Dinge aber ich kann sie nicht sehen.

Doch der Traum war da. Er ist noch da, irgendwo in meinen Erinnerungen verborgen.

Ich sehe und ich höre und dann spüre ich es. Etwas Vertrautes, etwas Schönes. Etwas, dass mich berührt, ganz tief.

Ich weiß nicht, warum ich mich so fühle aber diese Schatten kommen mir bekannt vor.

 

Silver

 

 

 

Mittwoch, 29.06.16          After midnight...

 

Ich bin eine heftige English-Grammar-Nichtskönnerin, I'm so sorry!

Aber es klingt so schön auf Englisch^^

Hoffe, es gefällt trotzdem.

<3

 

 

 

 

 

Sonntag, 26.06.16           Just my imagination

 

 

Meine Hände zittern, sind leicht verschwitzt.

Ich vertippe mich einige Male als ich deine Nummer wähle, bin so nervös.

Ich habe Angst, solche Angst.

Was wirst du sagen? Ob du allein bist? Ganz sicher nicht.

Nach etlichen Versuchen schaffe ich es endlich, deine Nummer zu wählen.

Ich presse das Handy an mein Ohr, ich höre es fast nicht, als du rangehst.

Mein Herz pocht so laut, es rauscht in meinen Ohren.

"Hallo?". Deine dunkle Stimme geht mir unter die Haut.

Ich schlucke einen großen Kloß hinunter.

"Hi".

Stille.

"Was willst du?", fragst du und die Farbe deiner Stimme gleicht einem Dolch, der sich tief in mein Herz bohrt.

Der Dolch durchbohrt es mit Leichtigkeit, wie jedes deiner Worte.

Aber er hält es auch zusammen. Solange es in meinem Herzen steckt, schlägt es weiter.

Wenn du den Dolch herausziehst, mir deine Worte verweigerst, wird es ausbluten.

So weh es auch tut aber du hältst es am Leben.

Die Worte in meinem Kopf stapeln sich zu einem wackeligen Turm auf, so vieles, was ich dir sagen möchte.

Ich bewege meine Lippen aber es kommt kein Ton heraus.

Ich kann niemals aussprechen, was du mir bedeutest.

Ich merke, wie es anfängt, in meinen Augen zu brennen. Die Tränen brennen heiß auf meiner Haut, sie kullern meine Wangen hinunter, stürzen hinab, wie wagemutige Fallschirmspringer.

Du atmest geräuschvoll aus.

Ich halte dich auf, natürlich.

"Was willst du denn?", fragst du wieder aber deine Stimme klingt nun versöhnlicher.

"Ich wollte nur deine Stimme hören".

"Ach so". Deine Stimme hellt sich auf. Klar, es freut dich, du magst es, wenn man dir schmeichelt.

Ich kenne dich, ich kenne dich so gut, besser als du es je erwarten würdest.

Ich höre dich atmen, es ist mir so nah, du bist mir so nah, alles an dir ist mir so nah, als würdest du direkt neben mir stehen.

Ich kann meine Worte nicht aussprechen.

"Du, also wenn du nur anrufst um nichts zu sagen..", du bist ungeduldig und in Bewegung, nestelst irgendwo herum, bist ganz woanders mit deinen Gedanken.

Genau. So würde es laufen. Auch dieses Mal schaffe ich es nicht.

Ich starre nach wie vor mein Display an und lösche deine eben eingetippte Nummer wieder, es wird keinen nächsten Versuch geben. Ich werde deine Stimme nicht hören. Ich werde nichts sagen. Ich schalte mein Handy aus und vergrabe es unter meinem Kopfkissen.

Aber ich weiß jetzt, was ich tun muss.

Ich lasse dich nicht frei. Ich hatte dich nie. Ich lasse dich los.

Den Dolch behalte ich trotzdem. Die Worte behalte ich auch.

Es ändert nichts daran, was du mir bedeutest.

Aber, es bleibt in meinem Kopf.

 

Silver

 

 

 

 

Samstag, 18.06.16      Dies&Das oder Neudeutsch: Random stuff

 

 

Es war so klar, dass die Gedanken, die ich gestern und vorgestern und eben auch noch im Kopf hatte und sich teilweise echt gut gedacht haben, nun, wo ich hier in einer ungünstig gekrümmten Haltung auf dem Boden hocke, sich nun nicht mehr ganz so flüssig und gut anfühlen.

Kann an der Sitzposition liegen, an der Tatsache, dass ich für den Header x Versuche brauchte und noch immer nicht zufrieden bin oder daran, dass es schon wieder regnet oder vielleicht waren und sind die gedachten Gedanken ja auch einfach mal wieder garnicht gut und aufschreibbar, sondern einfach ... irgendwelche sinnlosen Gedanken.

Gut, dass das hier Daily Disaster heißt und nicht z.B. Wilde Regenbogenfarben, denn so kann ich den Stuff trotzdem aufschreiben- jauchz..

 

Ich finde es ganz nett, dass sich wohl die eine oder andere Seele hierhin verirrt, kann aber auch sein, dass mein Internet sich von Zeit zu Zeit verabschiedet und ich daher selbst die Besucher bin, das wäre irgendwie ganz schön tragisch.

 

Dann frage ich mich ernsthaft, warum es mitten in der Stadt nach Gülle riecht.

Kein Randbezirk in dem noch sowas wie Landwirtschaft praktiziert wird, in dem noch hier und da Felder existieren auf denen Mais angebaut wird, nein, mitten in der Stadt. Güllegeruch. Natur. Die unangenehme Wahrheit ist wohl, das es die riesigen eiförmigen Behälter sind, in dem die Hinterlassenschaften der Städter gesammelt werden und die, soweit ich weiß, ab und zu mal gelüftet werden. Ach nö.

 

Letztens dachte ich schon wieder, ich wäre endlich mal in ein Zeitloch gefallen, als ich Pferdehufen auf Kopfsteinpflaster wahrnahm, ein ganz fantastisches Geräusch übrigens, ich dachte, ja, was, 19.Jahrhundert, cool, einmal erleben, wie das damals hier aussah, Pferdekutschen und das alles..aber es war nur eine Polizeistreife hoch zu Ross.

Auch irgendwie cool.

 

Habe eine Liste mit Büchern erstellt, die ich lesen möchte, weil ich finde, die sollte man gelesen haben.

Die Leiden des jungen Werther (ich muss das lesen M., mit Werthers Toffee neben dem Buch oder nicht)

Goethes Faust

Der Fänger im Roggen

1984 (kenne ich schon aber eben ein zweites Mal)

Der alte Mann und das Meer (kenne ich auch schon aber..nochmal)

Die Physiker (ich mag Dürrenmatt eh, also..)

Alice im Wunderland (total extremer und furchtbar witziger funfact, ich hatte mich vertippt: Alive im Wunderland, hoho)

Alice im Wunderland finde ich wundertoll, habe immer wenn ich es mitbekommen habe, die Zeichentrickserie geschaut. Immer.

Und da ich eh Zitate aus AiW hier habe, habe ich letztens angefangen, es zu lesen und kann nicht fassen, wie toll das doch ist und nun möchte ich das Buch haben und wenn möglich auf Englisch. (Kurz auf Amazon vorbeigeschaut; es gibt sogar eine Zweisprachige Ausgabe, gut für mich, bestellt.)

'I think you might do something better with time', she said, 'than waste it in asking riddles that have no answers'.. die Teegesellschaft hätte ich so gerne mal bei mir zuhause.

Ich wäre nicht ich, hätte ich für dich nicht auch Filmtipps parat.

Was du dringend sehen solltest (nichts Neuerscheinungen, eher Klassiker)

The sixth sense

Twelve Monkeys ( genial, viel Spaß beim Diskutieren)

Brazil (unbedingt, dringend, jetzt sofort anschauen; und hinterher verstört durch die Gegend stolpern)

Faden verloren. Nein, das ist kein Film, ich habe den Faden verloren.

 

Vorhin war ich wieder auf YouTube unterwegs und habe wieder echte Schätze zutage gefördert.

Letztens noch Bob Dylan mit One more Cup of Coffee (anhören!) und jetzt das Juwel hier,unglaublich.

Ich schätzte es auf tiefste 90er aber wenn ich richtig nachgelesen habe, war es das Jahr 1989 oder '90, ist die Grenze also passt.

Da ich ein total verantwortungsbewusstes Menschenkind bin, hier eine Inhaltswarnung, Neudeutsch: Content Warning ..

Jeder, dem sein Augenlicht lieb ist oder an sowas wie Epilepsie leidet..nur hören, nicht gucken.

Soweit ich es verstanden habe, braucht die Frau Geld und der eine Typ nennt sich selbst, Mr.Dirty Cash, alles klar. (I'm Dirty Cash, the one that you asked for). Und die Frau tut alles für für Geld. Alles.

Nachdem ich mir das bereits unzählige Male angesehen habe, habe ich nun das dringende Verlangen, mir eine verspiegelte Sonnenbrille mit runden, lilafarbenen Gläsern zu besorgen und die Dancemoves übe ich noch ein, ist nicht peinlich, nein überhaupt nicht. Der Song ist trotzdem irgendwie geil auch wenn der Text bestimmt damals auf dem Index gelandet ist. Vielleicht ist das auch einfach eine Anklage an unsere geldgeile Gesellschaft und was einige arme Seelen alles für ein paar Silberunzen tun. Ja, so wird es gemeint sein..

Dirty Cash (Money talks), viel Vergnügen.

Ich vermisse die Stelle, die offenbar nur im Remix auftaucht, Meanwhile, back in the City, sowas fast poetisches hätte ich nicht erwartet und hat mich gleich angesproochen, könnte der Beginn einer kleinen Geschichte werden. Wir werden sehen.

 

Das ursprünglich angedachte Desaster, schwermütig as usual, kommt eventuell das nächste Mal.

Danke für deine Aufmerksamkeit.

 

Bis bald,

Silver

 

 


Dienstag, 10.05.16        Eine Liebeserklärung

 

Ach diese Müdigkeit, die mich so oft überfällt.

Diese Müdigkeit von diesem wunderbaren Leben.

So viele schöne Dinge zu sehen, zu hören, schmecken, riechen, fühlen, erleben.

Latente LebensMüdigkeit, keiner sieht sie aber sie taucht immer mal wieder auf.

Manche Menschen tänzeln durchs Leben, getragen von einer scheinbaren Schwerelosigkeit.

Alles fliegt ihnen zu, Sympathien, Erfolg, Liebe.

Die scheinen niemals Angst zu haben, keine Angst zu leben, keine Angst vorm Leben.

Selbst mit einem Berg Problemen im Huckepack scheint alles so leicht.

Wissen, was sie wollen und bekommen es auch.

Sind ehrlich zu sich und zu anderen.

Ehrlichkeit bis zur letzten Konsequenz. Kein Gedanke wird an mögliche Folgen verschwendet.

Wahrhaftige Ehrlichkeit oder einfach das, was dafür gehalten wird.

Ehrlichkeit heißt nicht automatisch Wahrheit und ehrlich sein, nicht automatisch im Recht sein.

Ehrlichkeit wandelt auf verschlungenen Pfaden und ist eckig und kantig und grenzt zuweilen an Überheblichkeit oder Selbstgerechtigkeit oder Beleidigung.

Der menschliche Geist ist zu vielen Dingen fähig.

Man kann sich zum Beispiel so lange etwas einreden, bis man es selbst für wahr hält und es mit voller Überzeugung anderen so verkaufen kann.

Ganz ehrlich aber nicht ganz wahr.

Ehrlich zu sich selbst zu sein und den Mut haben, zu anderen ehrlich zu sein und für sich selbst einzustehen, das ist wohl einer der unzähligen Schlüssel zum LebensGlück.

Nicht sofort und auf der Stelle aber irgendwann. Irgendwann zahlt es sich aus.

Es gibt noch viele andere Schlüssel zum Glück.

Das Leben nicht einfach nur leben, Leben mit Leben füllen, schmecken und fühlen und sein, all diese Dinge, im Großen und auch im ganz Kleinen.

Noch ein Schlüssel.

Am Ende ist es vermutlich ein monströser Schlüsselbund.

Manche Schlösser knackt man nie aber vielleicht muss man das auch nicht.

Man braucht schon Mut zu leben.

Mut, man selbst zu sein.

Mut, ehrlich zu sein, zu sich und anderen, mehr aber zu sich selbst. Was willst du und bist du bereit, dir es auch zu nehmen?

Vielleicht sind das die ersten kleinen Schlüssel zu seinem eigenen kleinen Paradies.

Ich habe auch ein Schlüsselbund.

Da hängen Schlüssel dran, von denen ich nicht weiß, woher ich sie habe, wem sie gehörten, wer sie mir gab und ob sie mir überhaupt jemand gab oder ob ich sie selbst geformt habe.

Abgebrochene Schlüssel.

Verbogene Schlüssel.

Bestimmt schaut man irgendwann auf einen Bund aus unzähligen klackender und klirrender Schlüssel und staunt über bizarre Exemplare; über einen Schlüssel ganz und gar aus rosa Plüsch, als wäre er aus Zuckerwatte, der bunt blinkt wenn man auf ihn drauf drückt.

Über einen großen, verzierten Schlüssel aus Messing, der aussieht, als könnte er dir das Tor zu einem Märchenschloss öffnen.

Einen morschen aus Holz.

Einen zerkratzen aus Glas.

Einen warmen aus Liebe.

Einen feuchten aus Tränen.

Alle zu schön um sich davon zu trennen aber unnütz, weil du nicht mehr weißt, wo die Schlüssel mal passten oder du das passende Schloss noch nicht gefunden hast.

Im Laufe der Zeit werden mal welche verloren gehen, ausgetauscht und neue drangehängt.

Jeder stellt seinen eigenen Bund zusammen.

Bestehend aus Dingen und Sachen, Geschichten aus Worten, Geschichten aus Musik, Geschichten aus Menschen, Eigenschaften, Gedanken, Mut und Verzweiflung, guten und weniger guten Erinnerungen an unzählige Augenblicke, Wissen und Vergessen.

All das ist es, dieses wunderbare, einzigartige, wertvolle, unschätzbare Dings, das wir Leben nennen.

Und aus all diesen Schlüsseln wird irgendwann..hoffentlich dann Glück.

 

Ja..ganz sicher vielleicht.

Vielleicht ganz sicher.

 

Silver

 

 

 

Sonntag, 24.04.16                 Heute     

 

Meine Schritte hallen nicht auf dem Asphalt.

Wie es scheint, ein Geist in Menschengestalt.

Es schneit. Es schneit ? Es schneit.

Gestern war der Himmel lila, heute ist er grau und schwer.

Diese verdammte Traurigkeit.

Treu wie eh und je, dieses blöde Biest, das einzige, was sich niemals aus meiner Nähe verzieht.

Keine Menschenseele hier.

Ich beobachte das Wolkenband.

Ein Wolkenturm. Ein Wolkenschloss. Eine eigene Wolkenwelt.

Wie früher, als ich mir vorstellte, diese riesige weiße Wolke, die hinterm Haus aufragte, wäre ein schneebedeckter Berg und ich mitten drauf.

Heute ist der Berg nicht schneeweiß. 

Es tut nicht weh, es tut nicht weh, dassagichmirnochhundertmaldannglaubeichesvielleicht,

es tut weh.

 

Träne weggewischt, alles ok.

Ich denk' an dich.

Jeden Tag.

Vergiss das nicht.

 

Silver

 

 

 

Dienstag, 19.04.16             Manchmal..

 

 

Manchmal redet man, ohne was zu sagen

Manchmal ist nichts von Bedeutung

Manchmal möchte ich schreien und bleibe doch beim Flüstern

Manchmal schreie ich und wünschte, ich hätte geflüstert

Manchmal macht alles schrecklich wenig Sinn

Manchmal möchte ich dir dein selbstgefälliges Grinsen aus deiner Visage polieren

Manchmal auch deinen beschränkten Geist aus dir herausreißen und mit bloßen Händen zerfetzen

Manchmal weiß ich nicht, ob du so dumm tust oder ob ich dumm bin

Manchmal verstehe ich mich selbst nicht aber dich noch viel weniger

Manchmal bringst du mich dazu, schlimme Dinge zu sagen und noch schlimmere zu denken

Manchmal frage ich mich, warum du an mir festhältst

Manchmal möchte ich, das du dich umdrehst und gehst und nie wieder ein Wort an mich richtest

Manchmal hasse ich dich für das, was du denkst, für das, was du sagst, für das, was du bist

Manchmal weiß ich nicht, ob das alles ok so ist

Manchmal denke ich, dass alles ein schrecklicher Irrtum ist

Manchmal sagst du, du bist geschockt von mir, dabei bin das ich, ich war es immer und war nie anders, du hast mich nur nicht gesehen und du siehst mich noch immer nicht

Manchmal denke ich warum warum warum

Manchmal..

 

Silver

 

 

     

Sonntag, 20.03.16     The Janeway oder Willkommen auf dem Holzweg

 

 

Hallo liebe Freunde des wirren Wortes, Silver muss sich mitteilen.

Letztens, Nachts:

Mein Herz schlägt schnell, viel zu schnell. Ich bin von einer unangenehmen Unruhe erfüllt, bekomme meine Atmung nicht unter Kontrolle, wie hoch mein Puls wohl ist?

Tove Lo singt von Angewohnheiten und ich bin genervt. Mein Herz tut weh, es hämmert gegen meinen Brustkorb, fühlt sich an, als wolle es aus meinem Körper hüpfen und davonrennen. Ich kann es ihm nicht verübeln.

 

Die reale, nicht-Internet Silver besitzt kein Vokabular in denen Worte wie wunderbar, superschön, fantastisch, grandios oder gar wundertoll vorkommen.

Stattdessen sind die wohl am häufigsten verwendeten Worte sowas wie oh shit, holy shit, scheiße oder ähnlich blumig klingende Fäkalausdrücke.

Ja Mann.

Meine Güte, das Leben ist ja so anstrengend. So viele Möglichkeiten, so viele Wege, alles ist ZUVIEL, alles überfordert mich.

Es stresst mich nur und am Ende sitze ich doch nur dumpf in der Ecke und hoffe, alles möge möglichst zügig an mir vorüber ziehen.

Wie oft soll ich mich bitte noch verschaukelt fühlen?

Danke großer Meister, was immer du bist, Danke.

Zeig mir doch einfach noch mal Dinge, die ich nicht haben kann.

Schau her, nice oder?

Aber du bekommst es nicht, haha.

Ich weiß es ja, von Anfang an.

Träum' ruhig weiter, du Holzkopf.

Du zeigst mir keine Möglichkeiten, du zeigst mir nur meine Grenzen.

Bitte Universum, höhere Macht, Schicksal, Leben, irgendwas..lass das bitte sein.

Hör auf, mir etwas zu zeigen, von dem du ganz genau weißt, dass ich es nicht haben kann, hör auf, mich ins Bonbonglas greifen zu lassen wenn ich doch nur Schläge auf meine gierigen kleinen Fingerchen kassiere.

Hör auf, mich auf einen Weg zu schubsen, von dem du weißt, dass ich ihn niemals bis zum Ende gehen kann, auf dem ich auf halber Strecke stehenbleiben und umdrehen muss.

Ach ja, das Wasser läuft bereits, die Wanne voller Selbstmitleid wartet schon.

Wenn ich einsteige und abtauche, ob ich dann da unten eine andere Welt vorfinde?

Wenn ich wieder auftauche, bin ich dann woanders?

Vielleicht geschieht ein Wunder.

Vielleicht ist es dann so wie bei Alice mit ihrem Kaninchenbau oder wie im Wandelnden Schloss mit der Tür.

Ich steige aus der Wanne, die Selbstmitleidstropfen perlen von meinem Körper, die Haare kleben nass an meinem Kopf, ich öffne die Badezimmertür und es ist nicht mein Flur der da hinter der Tür ist denn es ist die Tür eines alten Cafe`s in einer verschlafenen Pariser Gasse oder die Tür einer alten Blockhütte, mitten in den Wäldern, irgendwo in Alaska. Es ist die Tür einer kleinen Bambushütte an einem wahnsinnig weißen Sandstrand, der übersäht ist mit wunderschönen Muscheln, ganz nah an einem ruhigen türkisen Meer, unter einem weiten hellblauen Himmel.

Es ist die Tür zum Künstlerviertel in der Nähe des Kanals, wo Menschen umherwuseln, Ströme von Radlern auf Hollandfahrrädern an mir vorüberziehen und irgendwo aus einem angesagten Plattenladen, in dem Reihenweise LP's und Singles stehen und Poster von David Bowie, Pink Floyd, Nirvana, John Lennon und Prince die Wände zieren, Elvis' knisternde Stimme ertönt und schmettert..

..

The whole town is talking, they're callin' you a fool
For listening to his same old lies
And when I know I could be so true
If I had someone like you
It hurts me to see the way he makes you cry
....
Oh, I know he never will set you free
Because he's just that kind of guy
But if you ever tell him you're through
I'll be waiting for you
Waiting to hold you so tight
Waiting to kiss you goodnight
Yes, darling, if I had someone like you

 

Vielleicht ist es aber auch die Tür zu deinem Keller oder Dachboden, schau mal vorbei, vielleicht hocke ich da irgendwo im Staub und warte darauf, das du mich abholst. Und..ich sollte mir lieber was überziehen bevor ich die Tür öffne, man weiß ja nie.

Übrigens gibt es passend zum Selbstmitleidsbadezusatz auch noch Selbstmitleidsshampoo und die Selbstmitleidsbodylotion. Alles im Set, im Angebot.

Und es duftet ganz angenehm.

 

Neben der genialen Fähigkeit No.1, dem Beschreiten des Holzweges mit  atemberaubender Zielstrebigkeit, wurde ich auch mit der genialen Fähigkeit No.2 ausgestattet (nein, es ist nicht kochen..fliegen leider auch nicht) sondern häufiges Abtauchen in Traumwelten und eine wirklich Sommerwiesenmäßig blühende Phantasie.

Dabei sieht's da draußen in der Realität auch manchmal ganz schön aus.

Die Gitterstäbe, die ich mühevoll um mich herum errichtet habe, stehen meilenweit auseinander. Ich könnte einfach aufstehen und hindurch spazieren.

Da draußen sieht es doch wirklich gerade ganz sonnig aus.

Ich denke, ich schaue mal kurz in der Realität vorbei. Phantasmagorisch und über-schnafte das Teil. Ich mag Phantasmagorisch, ich finde Worte mit gegensätzlichen Bedeutungen wirklich toll, in dem Fall: bizarr, gespenstisch, traumhaft, in der Art einer Phantasmagorie (ein Trugbild, ein Gaukelbild), ich wüsste wirklich nicht, welches Wort besser passt. Das Leben ist so phantasmagorisch. Wirklich.

Tschü.

 

Bis bald,

Silver

 

 

 

Dienstag, 23.02.16             Nenne es Schicksal...

 

 

Nenne es Schicksal. Nenne es Das Universum oder einfach Das Leben.

Das alles ist Ironie.

Sarkasmus in seiner reinsten Form.

Ein running Gag, ein gut vorbereiteter Sketch mit mieser Pointe, stummer Slapstick in Schwarz-Weiß, ulkiges Herumgestolpere in der Dunkelheit, die perfekte gruselige Handpuppe eines Bauchredners.

Du entkommst deinem Schicksal nicht.

Egal wohin du dich wendest, es ist schon da und wartet auf dich.

Sich kringelnd vor Lachen weil du ernsthaft glaubst, es war deine Entscheidung.

Sich krümmend vor Lachen weil du denkst, du hattest eine Wahl.

Du hast genau so reagiert, wie du reagieren solltest, hast genau das gedacht, gesagt, getan, was du solltest, genau so, wie es für dich vorgesehen war.

Und du dachtest, du hast es entschieden.

Da war dieser winzig kleine Gedanke, dann und wann, ein Aufflammen, dass es nicht du warst, sondern ein wirklich begnadeter Puppenspieler.

Und du weißt nicht weiter.

Nimm den Weg oder nicht, spielt es denn eine Rolle?

Wende dich nicht ab, wende dich ab oder du wendest dich nirgendwo mehr hin.

Schau nicht weg, schau weg oder du schaust ins Nichts.

Sag das nicht, sag es jetzt oder du sagst es nie.

Tu das nicht, tu es jetzt oder du tust es nie.

Gehe nicht, gehe jetzt oder du gehst nie.

Lasse dir Zeit, lasse dir keine Zeit, lasse dir niemals Zeit oder du hast keine Zeit mehr.

Jetzt. Jetzt oder nie. Nie.

Du hast gar nichts in der Hand. Du bist die Puppe, nicht der Spieler.

Du nicht. Ich nicht. Niemand.

Gestern nicht, heute nicht, morgen noch viel weniger.

Der Running Gag der Universums.

Wie witzig.

Aber irgendwie lache ich nicht.

Lehne dich einfach zurück und geniesse die Show. Es ist deine.

 

Silver

 

           

 

Dienstag, 9.02.16           Is there anybody out there?

 

 

So langsam entwickelt es sich hier wieder Richtung Detroit, der Wüste Gobi, der dunklen Seite des Mondes, den Untiefen der Ozeane.

Orte, an denen keine Menschenseele existiert oder nicht überleben kann oder niemals war.

Es ist als riefe man von einem Berg aber es kommt kein Echo zurück.

Nur so "Hallo-lo".

Okay.

Ich fühle mich ja so allein hier. Meine Güte, bin ich sentimental.

Ich glaube, ich hätte nie so viel zu tun, dass ich mir nicht die fünf Minuten Zeit nehmen würde, um die paar Blogs abzugrasen, die ich automatisch abgrase und schaue, ob es hier und da sowas wie ein Lebenszeichen gibt.

Sicher, ich messe dem zu viel Wichtigkeit bei, ist ja nur das doofe Internet und ich sollte mir lieber endlich mal Stolz und Vorurteil oder Jane Eyre zur Hand nehmen weil ich die schon seit ungefähr tausend Jahren lesen will oder einfach mal unsere Rechtschreibung lernen.

Ich muss dazu sagen, dass mein Zeitempfinden schon immer etwas verzerrt war.

Mir kommen wenige Tage oder eine Woche manchmal einfach unendlich lang vor.

Das fühlt sich immer nach einer Ewigkeit an, dabei ist das ja gar nicht so.

Eine Woche ist immer eine Woche, sieben Tage, 168 Stunden, noch mehr Sekunden.

Nun ja.

 

Manchmal komme ich mir vor, als würde ich in einer einsamen Nacht im kalten Schein einer Taschenlampe auf einem staubigen Dachboden in eine Decke gewickelt auf dem Boden hocken und auf die Tasten einer uralten Schreibmaschine hauen.

Diese ganz alten, wo man immer abrutscht und sich die Finger klemmt, zwischen dem E und dem R oder dem B und dem N, wo auch immer.

Schreibmaschine. Falsches Jahrhundert.

Sicher lausche ich noch den knackenden, rauschenden Melodien aus dem Grammophon und mein Telefon ist groß und schwarz und hat einen Hörer und eine Wählscheibe.

Nein, ich schicke doch ein Telegramm.

Und mein Auto muss ich zum Start erstmal vorne ankurbeln, vielleicht hat mein Auto auch vier Beine, eine Mähne und ist vor eine Kutsche gespannt.

Mein Fahrrad ist zwei Meter hoch und hat ein riesengroßes Vorderrad.

Und ich fliege selbstverständlich mit einem was? Flugzeug? Pf, ich reise per Zeppelin.

Mein Fernseher hat einen Holzrahmen, lässt sich nur am Gerät per Knopfdruck umschalten und empfängt genau drei Programme weil es nicht mehr Programme gibt.

Wenn ich ein Foto von mir machen möchte, gehe ich zum Fotografen, der sich an seinem Stativ unter einem Tuch verbirgt und mich beim Auslösen des Blitzes mit einer Stichflamme aus Magnesium blendet.

In der Dämmerung kommt ein Typ mit einer langen Zündstange, um die gasbetriebenen Straßenlaternen zu entflammen und meine Taschenlampe ist soeben zur Öllampe geworden.

Naja.

Zurück zum Thema.

So ist das eben.

Wenn ich mir meine ersten Desaster durchlese, kann ich nicht glauben, dass ich das war.

Aber das geht mir eigentlich mit jedem meiner Posts so, dabei muss ich zugeben, dass ich auf einige echt wirklich stolz bin.

Emo-düster-verworrene-depri-Gefühls-Chose hin oder her.

Gehört halt auch dazu.

Und wo ich gerade beim Thema bin.

Dieses allumfassende Gefühl der Leere umhüllt mich wieder und ich würde wohl-wenn ich mal Bezug zu einem meiner eigenen Desaster nehmen darf- zur Kategorie 'reitet mit Einhorn auf Regenbogen und ist trotzdem unausgefüllt' gehören.

Ich glaube, egal wie viel vierblättrigen Glücksklee ich fressen, egal wie viele Hufeisen ich sammeln und egal wie viele Wünsche ich mir auch erfüllen würde, ich hätte immer dieses dumpfe Gefühl von Unglück und Einsamkeit in mir.

Das weiß ich und das ist so.

Silver auf der Suche nach dem Warum, eine Reise ohne Ziel und ein Rätsel ohne Auflösung.

Also genau das, was ich gar nicht mag.

Aber, das eine Quentchen Positivität oder Zuversicht das ich in meinen Genen habe, wird gnadenlos ausgeschöpft und irgendwann...ja, irgendwann. Nichts weiter. Einfach irgendwann, das ist genug, das muss reichen.

Hätte ich doch nur nicht immer das Gefühl, ich hätte alles Pech und Schwefel und Teer und Federn genau so verdient.

Hätte ich doch nur das Gefühl, ich hätte den Regenbogen verdient und nicht immer nur die Gewitterwolke.

Gewitter mag ich. Sehr. Draußen. Nicht in mir drinnen.

Ich glaube, nun lese ich wirklich.

Welches zuerst?

Ich mag Mr.Darcy und Mr.Rochester, wobei ich denke, letzterer ist der größere Stinkstiefel.

Vielleicht schaue ich mir auch einfach die Filme an, hintereinander....welchen zuerst?

Ich kann mich nie entscheiden.

Daher nehme ich entweder nichts oder beides.

Also beides.

Aber meistens nichts.

Silver

 

 

Hier ein All time-Favorite, wo ich eh gerade sentimental bin.

Forever young, das eine Lied, bei dem ich einfach immer traurig werde.

 

Let's dance in style, let's dance for a while

Heaven can wait, we're only watching the skies

Hoping the best but expecting the worst

Are you going to drop the bomb or not?

 

Let us die young or let us live forever

We don't have the power but we never say never

Sitting in the sandpit, life is a short trip

The music's for the sad men

Forever young-Alphaville

 

 

 

 

Sonntag, 31.01.16                 Aufräumen

 

 

Jaja, ich weiß, du konntest es kaum erwarten, bist jeden Tag fünf Mal hier vorbeigestalkt und dann von Kummer und Enttäuschung gerüttelt und geschüttelt wieder abgezogen, hast Fingernägel gekaut und auf deine Lippe gebissen und eine ganze Tafel Schokolade verputzt (aber Ritter-Sport, ist gesünder) weil nichts neues kam...ist ja gut, hier ein Knäuel zusammengewürfelter Gedanken, leider konnte ich weder Gedanken noch Knäuel entwirren.

Sorry.

Ich gestehe, dass ich vor ein paar Tagen zufällig ins Dschungelcamp zappte und kurz dabei blieb. Also bis zum Schluss. Und da fiel ein echt bemerkenswert weiser Satz.

'Wie man sich fühlt, so sieht die Wohnung aus'.

 

Also, mal schauen, wie ich mich fühle.

Ah, unaufgeräumt, etwas durcheinander und staubig?

Mal sehen, der Couchtisch ist da, ganz sicher, irgendwo unter Zeitschriften, Zeichenblock (warum heißt das nicht Zeichnenblock oder Zeichneblock?), zwei Kerzen, Fernbedienungen, einer Tasse und einem Glas (wenigstens trinke ich nicht aus der Flasche), einer Verpackung..von..was ist das, einer Milchschnitte (ist mit Milch&Honig=gesund), Ohrstöpsel-Kopfhörern, die schon schrott sind und ich daher die großen superteuren Bluetooth-Kopfhörer benutze, natürlich aber mit Kabel, mit dem ich überall hängen bleibe.

Ich nutze die Kopfhörer trotz eindeutiger Ansage erstmal darauf zu verzichten, ich mag es einfach so Musik zu hören, direkt am Ohr, der Taubheit nahe.

Ok, also, aufräumen ist ja kein Ding.

Die Klamotten auf der Couch sind nicht identifizierbar, einfach in die Waschmaschine damit.

Briefe, Kontoauszüge, sonstiger Schriftverkehr..vielleicht mal abheften.

Staubsaugen muss ich eigentlich jeden Tag, da sich sonst Staubinseln bilden. Wahrscheinlich wegen der Luftzirkulation, die Flusen sammeln sich an den bekannten Stellen und verweilen dort, bis ich ihnen mit dem Sauger zu Leibe rücke.

Nach dem Aufräumen und Saugen und Wischen sieht alles leer und ungemütlich aus. Wird gleich wieder geändert.

Alltag ist eine ständige Wiederholung.

 

Jetzt wollte ich eine geschickte Überleitung zum Inventar machen, *zwinker, also meinem Innenleben. Wollte ich eigentlich nicht aber naja.

Ich denke sowieso zu viel und habe gedacht, vielleicht sollten wir einfach mal aufhören zu denken.

Das entkrampft ungemein, vieles ist dann echt entspannter- nichts im Hirn, das wär doch toll!

Dann fand ich aber doch, würden wir ja einer Amöbe gleichen, die denken sicher auch nicht.

Leicht haben sie es aber schon. Da gibt es kein Hadern und Zetern und Denken und Bla, da wird einfach existiert und fertig.

Keine Fragen nach dem Sinn, die sind einfach.

Möchte bei näherer Betrachtung trotzdem nicht tauschen.

Mal abgesehen von einigen Problemchen bin ich ganz gern ein Mensch, was habe ich auch für eine Wahl?

Hätte ich eine, wäre ich, spontan gedacht, wohl eine Fledermaus.

Kann fliegen. Ist Nachtaktiv. Pennt am Tage. Ja, das war's.

Ich bin zwar nicht Nachtaktiv aber manchmal hätte ich gern einen umgedrehten Rhythmus.

Also, das die Nacht der Tag ist und der Tag eben die Nacht.

Ich finde es angenehm, wenn es Nacht ist.

Vielleicht sollte ich irgendwo an den Polarkreis ziehen, wo durchgehend mehrere Monate Dunkelheit herrscht. Und geniessen.

Ist sicher total perfekt für Melancholie und Konsorten.

 

Ach je, schon ein so langer Text, das liest eh kein Mensch also kann ich ja weiter machen.

Wo war ich? Melancholie.

Auf das Thema habe ich eigentlich überhaupt keine Lust aber egal.

Es gibt Menschen, ich gehöre auch dazu, die wurden tatsächlich damit geboren. Mit dieser ungesund hohen Dosis Gemütsschwere, Niedergeschlagenheit und enormen Selbstzweifeln.

Man sieht nur das Schlechte, hört nur das Schlechte, erwartet nur das Schlechte.

Man ist kaum in der Lage, gute Dinge zu sehen oder annehmen zu können, da es so weit außerhalb des eigenen krummen Selbstbildes liegt, dass es ja einfach nicht sein kann.

Die Dunkelheit ist einfach in einem drin, sie wird zwar durch das Licht von guten Dingen, Erfahrungen, Erlebnissen oder Menschen gestreift aber nie gänzlich erhellt.

Wenn man nicht aufpasst, findet man nie mehr hinaus aus der eigenen Finsternis.

Das bekommt man aber nur allein hin. Nur man selbst kann sich daraus befreien.

Diese Bürde sollte man niemandem auferlegen. Diese Bürde, einen da herausholen zu müssen.

Es kann auch sein, dass man mit einem Einhorn auf einem Regenbogen reitet..und sich trotzdem unausgefüllt fühlt. Ständig fehlt was in dieser Dunkelheit.

Manchmal sieht man in der Finsternis die eigene Hand vor Augen nicht, also auch nicht die Hände, die einem hier und da helfend entgegen gestreckt werden.

Man sieht sie einfach nicht, ist gänzlich blind.

Vielleicht bietet die Finsternis aber auch einfach nur Schutz. Ein ganz famoser Rückzugsort, ein tolles Versteck vor der Welt, vor Menschen und den Problemen die diese mit sich bringen können.

Manchmal wird man auch gezwungen dort zu bleiben, nicht gut genug um heraus zu kommen, ins Licht zu treten. Ins grelle Sonnenlicht, wo man schutzlos ausgeliefert ist, jeder noch so kleine Makel sichtbar ist und auf jedem einzelnen gnadenlos herumgetrampelt wird.

Einen Mittelweg finden, das wäre gar nicht schlecht.

Ich will nicht in der Finsternis verenden. Ich mag das Sonnenlicht doch.

Es ist schön, warm, hell, freundlich.

Ich freue mich auf den Frühling. Ich mag, wie es dann duftet. Wenn die Wärme langsam die kalte Luft vertreibt. So sehr ich den Winter auch mag. Heute freue ich mich auf den Frühling.

 

Ich bin etwas von meinem eigentlichen Text abgekommen. Hat ja keiner gemerkt.

Das FBI-Verhör.

Dann vielleicht nächstes Mal.

Bitte bleibe im Sonnenlicht.

Es lohnt sich. Ganz bestimmt.

Gute Nacht,

Silver<:

 

Sonntag, 24.01.16          Vielleicht so was wie Sehnsucht

 

 

 

Ich möchte wissen, was du denkst wenn du denkst, woran du denkst wenn du wach bist und wenn du träumst

Träumst du in Klängen und Bildern und Farbe?

Träumst du nur Nachts oder auch am Tage?

Ich möchte wissen, was du hiervon hältst und davon, wie du die Welt siehst, was du siehst wo du stehst und wenn du gehst und möchte neben dir gehen

Ich möchte es sehen wie du es siehst, wie die Welt in deinen Augen ist, siehst du Weiß und Schwarz und Hell und Dunkel so wie ich oder hat dein Regenbogen andere Farben?

Ich möchte so nah bei dir stehen, dass kein Sonnenstrahl mehr zwischen uns passt, meine Hand um deine schließen, ganz fest, dass du sie drückst und nie mehr loslässt

Ich möchte dass dein Herz schlägt, ganz dicht an meinem, ich möchte spüren wie dein Atem geht, sehen wie du aussiehst wenn du schläfst und das du an mich denkst wenn du morgens aufstehst

Ich möchte den Klang deiner Stimme hören wenn du sprichst und streitest und singst und lachst, ich möchte es hören, auch wie du dich anhörst wenn du schweigst

Ich möchte dass du meinen Namen schreibst, auf verschiedene Arten, tausendfach

Ich möchte das

Silver

 

 

 

 

Freitag, 15.01.16              ZEIT UND RAUM

 

 

Eine Reise durch Zeit und Raum in Lichtgeschwindigkeit 

Schneller höher weiter tiefer

mitten rein

Was ich will, es kann nie sein

Mein Herz quillt über

Zum Bersten gefüllt

Angst, Zorn, Trauer, Liebe

Steh' hier herum

Zurückgelassen angebunden weggeschubst

Lass mich allein

Ich kann's nicht war's nie

will es werd's nie sein

Hör auf zu fragen

Warum wo wer wieso

Ich kann's doch nicht sagen

Ich steh' hier herum

schau' in den Spiegel

Er hat 'nen Sprung

einmal quer rüber

Passt zu mir

Ich schau mich an

Vertraute Augen

fragend

ehrlich offen klar und

Blau

Ich schließ' kurz meine Augen

mach sie wieder auf

Vertraute Augen

schauen noch immer

erbost

verschlossen finster trotzig und

Schwarzgrau

Was hab' ich denn getan?

Hör auf zu fragen

Je mehr du fragst, umso weniger werd' ich sagen

Ich will weg

Durch Zeit und Raum

Mit Lichtgeschwindigkeit

Hör auf zu fragen

Du bist nicht nur taub

Du bist mit Blindheit geschlagen

Ich will weg

Durch Zeit und Raum

Hör auf zu fragen

Was ich will wird niemals sein

Am Ende geh' ich doch allein

Silver

 

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